Wieder Ärger bei der Integra

Vorarlberg / 10.10.2020 • 05:40 Uhr
Wieder Ärger bei der Integra
Die Integra kommt nicht zur Ruhe. VN/PAULITSCH

Es soll um Zeugenbeeinflussung und ungerechtfertigte Kündigungen gehen.

Wolfurt Die Arbeitsinitiative Integra kommt nicht zur Ruhe. Nach heftigen Querelen im vergangenen Jahr und einer aktuell bei der Staatsanwaltschaft anhängigen Untersuchung wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung sind neuerlich Vorwürfe laut geworden. Dem neuen Geschäftsführer Hartwig Maier werden Zeugenbeeinflussung und ungerechtfertigte Kündigung von zwei Mitarbeiterinnen vorgeworfen. Der Feldkircher Anwalt Sanjay Doshi bestätigt auf VN-Anfrage: „Wir haben eine Klage eingebracht.“ Dabei geht es um die Kündigung einer Mitarbeiterin. Die Kündigung sei zwar einvernehmlich gewesen, aber sie fühlte sich dabei unter Druck gesetzt, erläutert der Anwalt.

Hausdurchsuchungen

Begonnen hat die scheinbar endlose Geschichte rund um die Integra damit, dass die Beschäftigung eines verurteilten Millionenbetrügers ans Tageslicht kam. Im Zuge dieser Auseinandersetzung tauchten auch Schwarzgeldkonten auf, die einem der beiden Geschäftsführer zugeschrieben wurden, der daraufhin eine fristlose Kündigung ausfasste. Im Frühjahr verließ auch der zweite Geschäftsführer die von Anschuldigungen gebeutelte Arbeitsinitiative. Als neuer Geschäftsführer fungiert seitdem Hartwig Maier. Auch vor ihm machte die Causa nicht Halt. Im Juli kam es zu Hausdurchsuchungen bei der Integra. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte Maier, man habe bereits Mitte September 2019 eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. Im Zuge der Ermittlungen hätten nun die Hausdurchsuchungen stattgefunden. „Wir haben größtes Interesse, dass es zu einer vollständigen Aufklärung des Sachverhalts kommt“, sagte Maier damals.

Dem scheint allerdings nicht so. Stattdessen soll der Integra-Geschäftsführer immer wieder sanft, aber dennoch bestimmt darauf hingewiesen haben, wie man sich bei einer Einvernahme durch die Landespolizeidirektion zu verhalten habe. Man müsse nicht alles sagen, soll eine Direktive gelautet haben. Außerdem soll Maier angekündigt haben, in Zukunft einen Anwalt zu so vertieft geführten Befragungen mitzuschicken. An eine ebenfalls gekündigte Mitarbeiterin erging angeblich der Vorwurf, durch das Aufdecken der Urkundenfälschung sehr viel Schaden angerichtet zu haben. Hartwig Maier war am Freitagabend für eine Stellungnahme nicht mehr erreichbar.

Text: Marlies Mohr & Michael Prock