Thomas Matt

Kommentar

Thomas Matt

Weihnachten retten

Vorarlberg / 04.11.2020 • 10:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wie hält man Menschen bei Laune? Man gibt ihnen ein „Warum“. Das wissen wir von Viktor Frankl. Der Mensch hält alles aus, wenn er nur weiß, wofür. Beim Corona-Lockdown geht es also darum, dass die Gesundheitssysteme nicht kollabieren dürfen. Wir müssen abends zu Hause bleiben, damit tagsüber gearbeitet werden kann. Gute Argumente, aber sie verfangen nicht so richtig. Deshalb hört man jetzt immer öfter: Wir müssen das Weihnachtsfest retten!

Wenn die Bevölkerung sich jetzt einen Monat lang am Riemen reißt, können wir (vielleicht) am 24. Dezember Weihnachten feiern. Dabei ist nicht von den Christmetten im Freien die Rede, die der Bischof schon erwägt. Es geht um die bratapfelselige, christbaumglänzende Familienweihnacht mit Besuchen und Geschenken.

Weihnachten retten ist ein schöner Gedanke. Man hätte das Fest schon oft retten können: Vor dem Kommerz und dem Kitsch, für die echte Zuneigung und die Mitmenschlichkeit, auch für Entrechtete in irgendeinem Lager, die mit einem Stall schon gut bedient wären. Ja, Weihnachten retten könnte in dieser kranken Welt ein richtiger Fulltimejob werden…

Thomas Matt

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