Asfinag-Experte im Interview: „Nur die CP ist genehmigungsfähig“

Vorarlberg / 11.11.2020 • 20:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Asfinag-Experte im Interview: „Nur die CP ist genehmigungsfähig“
Die CP-Variante habe eine höhere Entlastungswirkung als die Riedstraße. VN/HARTINGER. ASFINAG

Ostumfahrung Lustenau bedeute weniger Belastung für Naturraum, meint Alexander Walcher, (51), GF Baumanagement Asfinag.

Schwarzach Der Geschäftsführer der Baumanagement G.m.b.H bei der Asfinag führt zudem ins Treffen, dass die CP-Variante eine höhere Entlastungswirkung habe als die Riedstraße. Mit den betroffenen Gemeinden sollen bald intensive Gespräche geführt werden.

Die S 18-Variantenentscheidung des Asfinag-Experten im Sinne der CP-Trasse, Ostumfahrung Lustenau, ist eindeutig. Hatte die Z-Variante durchs Ried keine Chance?

Wir haben in den letzten zwei Jahren mit über 100 Experten beide Varianten gegenübergestellt. Das entscheidende Kriterium dabei war die Genehmigungsfähigkeit. Und da steht fest: Die CP hat viel geringere Auswirkung auf Natura 2000-Gebiete und zudem enorme Vorteile für die Bevölkerung im unteren Rheintal. Sie bringt eine größere Entlastung für das niederrangige Straßennetz in Lustenau. Jetzt ist Überzeugungsarbeit in den Kommunen gefragt.

Gab es gegen die Z-Variante ein entscheidendes Killerargument?

Es gab nicht das eine und einzige Killerargument. Es ist so: Wenn Sie in einem Natura 2000-Gebiet ein solches Projekt realisieren möchten, dann muss jene Variante gewählt werden, welche die geringere Auswirkung auf den Naturraum hat. Die Z-Variante weiter zu verfolgen wäre das Ende der S 18 gewesen. Sie hätte so gravierende Auswirkungen, dass sie auch als alternativlose Variante wohl nicht genehmigungsfähig wäre.

Stichwort Kommunikation und Überzeugungsarbeit. Der Lustenauer Bürgermeister ist erbost darüber, dass er nicht vor den Medien über die Entscheidung informiert wurde.

Aus unserer Sicht war es prioritär, unsere Empfehlung zuerst der Bevölkerung bekannt zu geben. Natürlich wollen wir jetzt mit den Gemeinden die Gespräche intensiv aufnehmen und darlegen, warum diese Entscheidung die beste ist.

Wann gibt es die Umweltverträglichkeitsprüfung?

Seriöserweise kann ich das nicht beantworten, und ich will mich auch nicht auf Spekulationen einlassen. Es gilt jetzt, diese Variante fertig zu planen und mit allen Partnern ein genehmigtes Vorprojekt zu erstellen. Wir arbeiten intensiv daran.

Warum kostet dieses Straßenprojekt jetzt auf einmal 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro statt der ursprünglich budgetierten maximal 900 Millionen Euro?

Weil die letzte Kostenschätzung schon einige Jahre zurück liegt und wir mit einem vierspurigen Ausbau planen. Wir rechnen mit 60.000 Fahrzeugen auf dieser Straße täglich. Zudem hat sich die Umweltgesetzgebung enorm verschärft, was auch zu den höheren Kosten beiträgt.

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