Landesregierung bleibt bei S 18 gespalten

Vorarlberg / 11.11.2020 • 20:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lustenau soll eine Ortsumfahrung bekommen, damit Staus Geschichte sind. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Lustenau soll eine Ortsumfahrung bekommen, damit Staus Geschichte sind. VN/Hartinger

Tittler freut sich über die Entscheidung, für Rauch ist eine Umsetzung derzeit nicht vorstellbar.

Bregenz Über eine Milliarde Euro soll die Riedstraße kosten. Dennoch herrscht Freude im schwarzen Teil der Landesregierung. “Nun ist endlich eine Entscheidung gefallen. Das ist ein wichtiger Schritt für die Umsetzung”, ist der zuständige Landesrat Marco Tittler erleichtert. Regierungskollege Johannes Rauch (Grüne) ist hingegen skeptisch.

Tittler hat von der Entscheidung erst am Mittwoch erfahren, weshalb er sich inhaltlich nicht äußern kann. “Aus meiner Sicht ist der nächste Schritt ein Termin mit der Asfinag, weil ich die Details der Entscheidungsgrundlage noch nicht kenne. Die hohen Kosten sind auf die komplette Projektlaufzeit gerechnet und bereits indexiert. Es ist ein Jahrhundertprojekt.”

Grünen-Chef Johannes Rauch sieht wenig Chancen für den Straßenbau. “Die Kosten würden horrend sein und 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro betragen, die Auswirkungen auf das Natura-2000-Gebiet wären immer noch gravierend. In Zeiten von Klimakrise und Budgetnot ist das nicht vorstellbar. Ob Finanzierbarkeit und Genehmigungsfähigkeit jemals gegeben sein werden, wird sich erst zeigen.” Eine Verbindung der Autobahnen sei notwendig, aber an einem anderen Ort.

Keine Freude herrscht in Lustenau. Verkehrslandesrat Tittler versteht den Ärger. “Nun ist es wichtig, über die Ausführung zu sprechen. Es braucht eine Schonung für Lustenau, zum Beispiel mit einer Untertunnellösung am Ortsrand.” Er erhofft sich von der CP-Variante aber eine deutliche Entlastung des Ortskerns. “Bei der Z-Variante hätte es trotzdem Verkehr durch das Ortsgebiet gegeben”, ist er überzeugt.

Zahlreiche Reaktionen zur Entscheidung

Die SPÖ ist erleichtert, dass die Entscheidung getroffen wurde. “Die S 18 ist eine notwendige Entlastung für die vom Durchzugsverkehr geplagten Gemeinden”, sagt Parteichef Martin Staudinger. Die CP-Variante sei für Gewerbebetriebe sehr interessant. Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler fordert eine rasche Umsetzung. “Auch wenn sich die Asfinag-Experten nicht auf die von der Wirtschaft favorisierte Variante Z festgelegt haben.” Martin Ohneberg, Chef der Industriellenvereinigung, betont ebenfalls: “Weitere Verzögerungen müssen vermieden werden, um die Menschen, die Steuerzahler und die Wirtschaft von weiteren Belastungen zu verschonen.”

Während Landesrat Tittler inhaltlich noch keine Angaben macht, äußert sich sein Verkehrssprecher im Landtag schon. Für den ÖVP-Abgeordneten Patrick Wiedl ist die Entscheidung schwer nachvollziehbar, lässt er per Aussendung wissen. Er ist Lustenauer.

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