Gespür und Leidenschaft für flüssiges Obst

Vorarlberg / 18.11.2020 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gespür und Leidenschaft für flüssiges Obst
Albert Loacker mit dem „Goldenen Apfel“. AME

Albert Loacker „brennt“ für Edelbrände, Schnaps, Most und Apfelsäfte.

Götzis Ein Beweger, Macher ist der Götzner Albert Loacker immer schon gewesen. Das gilt für seinen beruflichen Weg, auf dem der gelernte Maschinenmechaniker nicht zuletzt die Infrastruktur im Schwimmbad „In der Riebe“ und der Wasserversorgung seiner Heimatgemeinde stark verbesserte. Aber auch fürs Ehrenamt: Der Initiator und Gründer der Wasserrettungs-Ortsstelle ist seit 63 Jahren Mitglied der Feuerwehr, in der er lange in leitenden Funktionen bis hin zum Kommandant-Stellvertreter tätig war und auch die Jugendfeuerwehr gegründet hat.

Wie ein roter Faden zieht sich die schon in jungen Jahren geweckte Begeisterung für das Erzeugen von Apfelsäften, Most, Edelbränden und Likören durch das Leben des Landwirtssohnes mit fünf Geschwistern. Albert Loackers Begeisterung für die Verwertung von Obst als Fruchtsaft, Most oder Schnaps ist entstanden, als der damals Zehnjährige Opa Johann, Vater Emil und Onkel Heinrich dabei geholfen hat. Sein bis heute anhaltendes Bemühen darum, ständig besser zu werden, führte bald zu einem großen Fachwissen des diplomierten Baumwärters und Edelbrandsommeliers. Er hat es über viele Jahre landesweit durch Kurse weitergegeben und selbst viele, viele Bäume geschnitten. Selbst gezüchtete Bäume hat er zu Hunderten ausgepflanzt und tut das auch weiterhin. Auf eine Begegnung mit Kräuterpfarrer Weidinger geht Loackers bis heute mit der Vertiefung in mehr als fünfzig Fachbücher gepflegte Beschäftigung mit angesetzten und klaren Kräuterschnäpsen zurück. Von Blutwurz, Chili und Enzian über Ingwer, Meisterwurz, Melisse und Minze bis hin zu Salbei, Tausendguldenkraut, Wacholder, Waldmeister und Zirbe reicht die große Palette der eingesetzten Rohstoffe. Weil die Reifephasen unterschiedlich sind, vergeht bis zur Vervollständigung der Zutaten etwa für den 30 Alpenkräuter beinhaltenden „Kugelgeist“ (mit Kräutern aus dem Gebiet der „Hohen Kugel“) ein ganzes Jahr.

Längere Lebensdauer

Eine wichtige Rolle spielen beim Abfindungsbrenner darüber hinaus zum einen die Verwendung von Beeren wie Aronia, Cranberry, Himbeere oder Johannisbeere als Basis für Liköre. Weiters produziert er unter Verwendung von Holzfässern verschiedene Edelbrände. Neben dem Gesamtaroma hat die Holzlagerung auch den Vorteil, dass die Brände eine längere Lebensdauer bekommen. Erfahrung musste aber auch der Erzeuger von mittlerweile 12 verschiedenen „Holz-Bränden“ sammeln: „Der erste, 1972 mit einem Eschenfass unternommene Versuch ist total daneben gegangen!“

Hierzulande ist der Besitzer einer für kleine Mengen im Keller installierten Doppelbrandanlage ein Pionier in punkto Absinth, Gin, Meisterwurz und Kräuterbrände.

Loacker hat mit Beeren,- Kern- und Steinobstbränden mehr als hundert Goldmedaillen bei Edelbrandbewerben auf Landes- und Bundesebene geholt. „Jedes Jahr suche ich nach etwas Neuem“, berichtet der Selbstversorger in Sachen Gemüse, Kartoffeln und Obst. Und Neues (er)findet er auch immer wieder, zuletzt den von ihm „Grüne Fee“ genannten Likör aus Korn, Waldmeister, Orange, Zitrone und anderen Zutaten.

Bei dem in verschiedenen niederösterreichischen Schlössern durchgeführten Bewerb „Schnaps im Schloss“ hat der Obstverwerter „zwischen 2017 und heuer 19 Mal Gold und zwölf Mal Silber erreicht, sehr viele von den Auszeichnungen sind für Kräuterbrände verliehen worden“. Nach dem Gesamtsieg im Vorjahr („Der Goldene Apfel“) hat Albert Loacker heuer den Sortensieg für Apfel-Enzian und Apfel-Wacholder geholt. Weil in seinem Keller derzeit einige weitere sehr vielversprechende Brände reifen, will er es nächstes Jahr noch einmal wissen und bei mehreren großen Bewerben mitmachen. AME

ZUR PERSON

Albert Loacker

Geboren 1942

Familie verheiratet, drei Kinder, vier Enkel

Hobbys Radfahren, Reisen, Besuch von Kulturveranstaltungen

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