Fast immer sieben Dosen pro Impfflasche

Vorarlberg / 23.01.2021 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Angehörige von Heimbewohnern gehören zur Priorität 1. <span class="copyright"> VN/Stiplovsek</span>
Angehörige von Heimbewohnern gehören zur Priorität 1.  VN/Stiplovsek

Soziallandesrätin verteidigt die Impfvorgänge in Vorarlbergs Pflegeheimen.

Schwarzach Nachdem neue Fälle von Bürgermeistern und Prominenten bekannt wurden, die sich in Heimen impfen ließen, kündigte Landeshauptmann Markus Wallner in den VN an, Aufpasser zu Impfaktionen in die Heime zu schicken. Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker präzisiert nun auf VN-Anfrage: Das sind Mitarbeiter, die bereits bei den ersten Impfungen in den Heimen dabei waren, um den elektronischem Impfpass zu betreuen. Sie werden auch bei der zweiten Dosis anwesend sein. „Den Begriff Aufpasser finde ich sehr unglücklich. Eigentlich wird noch einmal dokumentiert, wer den Impfstoff bekommt.“ Die Landesrätin stärkt im VN-Gespräch den Heimen den Rücken.

Bei Bürgermeistern differenzieren

Momentan gehe die Leistung der Heime etwas unter. „Sie waren die ersten in der Impffolge. Vieles war neu.“ Dass sich viele impfen lassen, die nicht in Kategorie 1 fallen, sei falsch. „Derzeit laufen noch die Erhebungen. Aber die bisherigen Auswertungen zeigen, dass es ich um einen sehr kleinen Teil handelt.“ Auch bei den Bürgermeistern gelte es zu differenzieren. Wie die VN berichteten, sind vier Bürgermeister in Vorarlberg bekannt, die sich in ihrem Pflegeheim eine Impfung geben ließen. Einer davon ist Martin Vallaster aus Bartholomäberg. Er bekräftigt, dass er nicht als Bürgermeister, sondern als Angehöriger und Sachwalter geimpft worden sei. Landesrätin Wiesflecker bestätigt: „Das ist eine andere Situation als bei Bürgermeistern, die sonst keine Funktion oder Betreuungsarbeit in einem Heim übernehmen.“

Dass Angehörige von Bewohnern geimpft werden, sorgte vor Kurzem für Aufregung. Mitte Jänner erklärte Wiesflecker, dass Angehörige nicht zum Impfauftrag zählen. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher betonte damals, dass Verwandte wieder abgemeldet wurden. Nun ist die Sache anders, wie Thomas Mair von der Landespressestelle auf VN-Anfrage bestätigt. „Ja, Angehörige von Heimbewohnern gehören zur Gruppe mit Priorität 1.“

399 Bewohner genesen

Dass Impfstoff übrig bleibt, könne passieren, fährt die Soziallandesrätin fort. „Bei der Bestellung galt noch die Annahme, dass fünf Impfdosen pro Flasche rausgenommen werden. Dann hieß es, auch sechs Dosen sind möglich. In der Praxis bekommt man meistens sogar sieben raus.“ Das sei natürlich positiv. Insgesamt ist Wiesflecker mit der Impfung in den Heimen zufrieden. Zwei Heime werden spätestens heute noch durchgeimpft, das letzte Pflegeheim im Land in der kommenden Woche. Unter den Bewohnern betrage der Anteil der Impfwilligen über 80 Prozent, bei den Mitarbeitern über 50 Prozent; in der Hauskrankenpflege sind es 60 Prozent. Zusätzlich der 15 Prozent positiv Getesteten sei der Anteil mit Antikörpern erfreulich hoch, berichtet die Landesrätin.

In Vorarlbergs Heimen sind 96 Bewohner im Zusammenhang mit Covid19 gestorben. Von 2200 Bewohnern wurden 502 positiv getestet. Aktuell sind sieben infiziert und 399 bereits genesen.

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