Vom Trennen und Verbinden in Bizau

Vorarlberg / 28.03.2021 • 16:52 Uhr
Kunst in Pandemiezeiten: Im Biohotel Schwanen in Bizau dienen die Trennwände als Untergrund für Kunstwerke.
Kunst in Pandemiezeiten: Im Biohotel Schwanen in Bizau dienen die Trennwände als Untergrund für Kunstwerke.

Kunst von Herbert Meusburger als trennende und verbindende Rauminstallation im Biohotel Schwanen in Bizau.

Bizau Zeitgenössische und innovative Reaktion auf derzeitige coronabedingte Vorgaben. Darauf setzt das Biohotel Schwanen in Bizau. Für das im ersten Lockdown gemeinsam mit der Holzwerkstatt Markus Faißt aus Hittisau und dem Designstudio „March Gut“ aus Linz entwickelte Servicebrett „Alma“ hat das Hotel den Tourismus-Innovationspreis 2020 des Landes Vorarlberg erhalten.

„Alma“ hat es darüber hinaus auf die begehrte Shortlist der „Dezeen“-Awards 2020 geschafft. „Dezeen“ ist das weltweit einflussreichste Magazin für Architektur und Design.

Frotage-Zeichnungen

Nun hat der Schwanen also wieder seine Pforten geöffnet, die „#wildeweiberküche“ ist von Donnerstag bis Sonntag jeweils von 12 bis 19.59 Uhr durchgehend geöffnet. Inhaber des Biohotels ist Emanuel Moosbrugger. Er hat im Jahr 2013 nach 13 Lehr- und Wanderjahren durch die besten Restaurants in New York und San Francisco den elterlichen Hotelbetrieb in Bizau in fünfter Generation übernommen. Seine Reaktion auf die aktuellen Coronavorgaben zu den Abstandsregelungen sehen nun folgendermaßen aus: aktuelle Frotage-Zeichnungen des bekannten Bizauer Künstlers und Freund des Hauses Herbert Meusburger fungieren in einer gesamtheitlichen Rauminstallation als Raumtrenner zwischen den Tischen.

Altes chinesisches Verfahren

Herbert Meusburger vermisst in diesen aktuellen Arbeiten sein persönliches Lebensumfeld. Mit der Methodik der Frotage, einem alten chinesischen Verfahren, wird die Oberflächenstruktur eines Gegenstandes oder einer Oberfläche auf ein aufgelegtes Papier abgenommen. Nicht die Reproduktion des Vorbildes ist das Ziel, Herbert Meusburger zeichnet in die Motive und integriert die vorgefundenen Strukturen in das eigene Kunstwerk. Im Original sind die Frotage-Zeichnungen ein Stück tägliches Leben des Künstlers, übertragen auf z.B. handgeschöpftes, jahrzehntealtes Papier aus Nepal.

Trennung künstlerisch gestaltet

Für den Schwanen durfte Emanuel Moosbrugger die Motive übernehmen und zeitgenössisch nutzen. Gemeinsam mit dem Künstler wurden Motive ausgesucht, eine Kuration für den Raum besprochen und mit der Agentur Super Büro für Gestaltung umgesetzt.

Nun schmücken also zwölf Arbeiten von Herbert Meusburger das Restaurant im Schwanen und bringen einerseits Trennung zwischen den Tischen, gleichzeitig sind sie zeitgenössisch angewandte Objekte und ergeben in ihrer Gesamtheit eine innovative Art von Ausstellung.

Die Gestaltung übernahm der Bizauer Künstler Herbert Meusburger.<span class="copyright">Roswitha Schneider</span>
Die Gestaltung übernahm der Bizauer Künstler Herbert Meusburger.Roswitha Schneider