Ein Wälder Schindelkleid für neue Feriensiedlung

Vorarlberg / 05.04.2021 • 16:59 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ein Erinnerungsfoto zum Abschluss: Albert Hager präsentiert sein Team als „First Handwerker“. <span class="copyright">Felder</span>
Ein Erinnerungsfoto zum Abschluss: Albert Hager präsentiert sein Team als „First Handwerker“. Felder

„Der Schindeler“ Albert Hager verarbeitet mit seinem Team rund 335.000 Schindeln.

Mellau, Furx Mit der von der Fassade bis zum Dach kompletten „Einkleidung“ der neuen Feriensiedlung in Furx liefert die Wälder Holzbaukunst einmal mehr einen eindrucksvollen Beweis ihrer Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass ein bemerkenswertes Tourismusprojekt in der Vorarlberger Bergwelt durch die Schindelung das vielzitierte Tüpfelchen auf dem i erhält.

Tradition und Moderne

Ausgeführt wird das Großprojekt vom Mellauer Schindelspezialisten Albert Hager, der seinen im Jahr 1993 gegründeten Betrieb bezeichnenderweise „Der Schindeler“ genannt hat. Das Schindeln hat seinen Hotspot vor allem im Bregenzerwald. Dort prägen geschindelte Häuser die Landschaft – aus gutem Grund, denn die Schindel wird als ressourcenschonendes, langlebiges architektonisches Element geschätzt.

Natürlich nicht nur im Bregenzerwald, wie der aus dem Vorderwald stammende und vielfach ausgezeichnete Architekt Bernardo Bader seit Kurzem im Rahmen der Serie „Wald und Welt – Der Bregenzerwald Podcast“ darlegt. Bader erzählt dabei, welchen Stellenwert die Schindel für ihn hat und spricht über Tradition und Moderne der Schindel.

Im internationalen Fokus

„Groß herausgebracht“ wurde die Schindel 2019 im spanischen Architektur-Magazin El Croquis, das als eine der wichtigsten Architekturpublikationen weltweit gilt und seit fast 40 Jahren Arbeiten der herausragendsten nationalen und internationalen Architekturbüros darstellt. Ein zwar kleines, aber außergewöhnliches Projekt, die komplett geschindelte Kapelle Salgenreute in Krumbach, zierte dabei sogar die Titelseite von El Croquis.

Anhören kann man den Podcast unter www.bregenzerwald.at/podcast und auf den gängigen Podcast-Plattformen.

Handwerkliche Umsetzung

Einer, der die Schindel-Philosophie der Architekten perfekt umsetzt, ist „Der Schindeler“ Albert Hager. Mit dem Feriendorf in Furx liefert er einen weiteren Beweis dafür.

Es ist einer der größten Aufträge, die der Mellauer lukrieren konnte. „Wir haben Mitte Februar mit den Arbeiten begonnen“, schildert er im Gespräch mit der VN-Heimat. „Rund sechs Wochen lang waren bis zu elf Mitarbeiter im Einsatz. Eine zusätzliche Herausforderung waren zeitweise die winterlichen Verhältnisse, besonders der erneute Wintereinbruch Mitte März mit viel Neuschnee war sehr zäh. Da wurde trotzdem, so lange es irgendwie noch möglich war auch bei starkem Schneefall und Schneesturm bei bis zu einem halben Meter Neuschnee gearbeitet“, wie Albert Hager informiert.

Fassaden und Dächer

Während bei den meisten Projekten nur eine Schindelfassade ausgeführt wird, sind in Furx auch die Dächer der Ferienchalets geschindelt. „Diese Arbeiten haben wir termingerecht abgeschlossen“, so Hager. „Beim Hauptgebäude wird zurzeit der Rohbau errichtet, die Schindelarbeiten kommen dann im Juni zur Ausführung“, erläutert der Mellauer und fasst den Auftrag mengenmäßig zusammen: „Am Ende werden wir rund 2200 m2 Fassadenschindeln und etwa 900 m2 Dachschindeln aus Lärchenholz verarbeitet haben.“ Kleines Manko dabei: Für solche Mengen musste Hager auf einen Tiroler Schindelproduzenten zurückgreifen.

Es ging auch schon größer

Damit ist das Vorhaben in Furx einer der größten Aufträge in der Firmengeschichte – größer war etwa Hagers Paradeprojekt in Lochau-Tannenbach, wo bei der Neuen Seeschanze in den Jahren 2011/12 für rund 6750 Quadratmeter von drei Häusern insgesamt mehr als 800.000 Schindeln verarbeitet wurden. Die Planung der beiden Projekte stammt aus dem Büro Baumschlager Eberle Architekten.

Etwas kleiner als das Projekt am See ist ein Vorhaben in Hagers unmittelbarer Nachbarschaft in Mellau: Für „die Wälderin“ verlegte er mit seinem Team rund 220.000 Schindeln und schuf damit 2018 auch hier eine ideale Verbindung von zeitgemäßem Komfort und heimeliger Atmosphäre. STP

Geschindelte Fassaden und Dächer, für die rund 335.000 Schindeln benötigt werden, geben der Feriensiedlung in Furx eine heimelige Atmosphäre.
Geschindelte Fassaden und Dächer, für die rund 335.000 Schindeln benötigt werden, geben der Feriensiedlung in Furx eine heimelige Atmosphäre.
„Der Schindeler“ Albert Hager realisiert eine neues Vorzeigeprojekt. <span class="copyright">STP</span>
„Der Schindeler“ Albert Hager realisiert eine neues Vorzeigeprojekt. STP