Covid-Hilfe aus der Luft

Vorarlberg / 12.04.2021 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Covid-Hilfe aus der Luft
Auch die Flugrettung verfügt für den Fall des Falles über ein Schutzsystem. ÖAMTC

Auch der Rettungshubschrauber ist bei Notfällen im Einsatz.

Feldkirch Die Anzahl der Covid-19-Patienten in den Spitälern steigt wieder an. So mussten beispielsweise am Sonntag acht am Virus erkrankte Personen aufgenommen werden. Mitunter muss dieser Transport aufgrund der bereits schlechten gesundheitlichen Verfassung des Patienten schnell erfolgen. Dann sind die Rettungshubschrauber gefordert. Laut dem Referenten der Flugrettung Vorarlberg, Artur Köb, wurden seit März etwa 15 Coronapatienten per Hubschrauber in die Krankenhäuser gebracht. Im Einsatz waren sowohl der Christophorus 8 als auch der Gallus 1.

Stehzeit wegen Desinfektion

Nach einem solchen Transport muss das Fluggerät jeweils gründlich desinfiziert werden, was eine Stehzeit von bis zu einer Stunde bedeuten kann. Das ist insofern ein Problem, als eine sofortige Ausrückung in einem solchen Fall nicht möglich wäre, wie Artur Köb erklärt. Um die schnelle Verfügbarkeit eines Rettungshubschraubers dennoch zu gewährleisten, wird genau abgewogen, ob der Transport eines Covidpatienten nicht doch bodengebunden erfolgen kann. „Es kann durchaus sein, dass ein Notarzt die Erstversorgung vor Ort übernimmt und der Patient anschließend von einem Rettungsauto ins Spital gebracht wird“, benennt Siegfried Marxgut, Leiter der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL), eine weitere Option. So wie der Flugrettungsreferent betont aber auch er klar und deutlich: „Handelt es sich um einen Notfall und die Zeit drängt, übernimmt die Flugrettung selbstverständlich Covidpatienten.“

Crew in Schutzausrüstung

Die Crew ist für solche Einsätze gerüstet. „Pilot und Flugretter verfügen über Schutzanzüge und Schutzbrillen“, sagt Artur Köb. Zudem gibt es keinen Kontakt zum Patienten. Die direkte Versorgung erfolgt durch den Notarzt. Weiters werden die Covidpatienten über eine Maske mit Sauerstoff versorgt. Das soll eine Belastung der Kabine mit Aerosolen verhindern. Danach wird der Hubschrauber einer umfassenden Außen- und Innenreinigung unterzogen. Das ist nötig, um das Flugpersonal sowie nachfolgende Patienten vor einer Ansteckung mit Covid-19 zu schützen.

Noch ein Blick in die aktuelle Krankenhausstatistik: Gesamt werden 38 Covid-19-Patienten stationär betreut, 10 von ihnen benötigen eine intensivmedizinische Behandlung. Das sind deutlich mehr als etwa vor zwei Wochen. Dazu kommen 28 Nicht-Covid-Patienten. Damit stehen von 52 Intensivbetten noch 14 für alle Patientengruppen zur Verfügung.