Kleines Neuschwanstein in Bregenz

Vorarlberg / 13.04.2021 • 16:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Derzeit ist das Hauptgebäude vermietet und dient der Abhaltung von Seminaren und Feiern. Das ehemalige Wirtschaftsgebäude sowie der anschließende Josefsbau aus dem Jahr 1907 fungieren als Konvent. Von 1976 bis 1997 erfolgte die Schlosssanierung. <span class="copyright">Böhringer</span>
Derzeit ist das Hauptgebäude vermietet und dient der Abhaltung von Seminaren und Feiern. Das ehemalige Wirtschaftsgebäude sowie der anschließende Josefsbau aus dem Jahr 1907 fungieren als Konvent. Von 1976 bis 1997 erfolgte die Schlosssanierung. Böhringer

Im Stadtteil Dorf liegt die Villa Raczynski mit dem romantischen Park. Das Areal wird seit 1904 als Kloster Marienberg samt Schule betrieben.

Bregenz Majestätisch elegant präsentiert sich die Villa Raczynski am oberen Rand der Parkanlage am Ende der Bregenzer Schlossbergstraße. Gebaut wurde sie eigentlich als Liebesbeweis: Der aus polnischem Hochadel stammende Carl Eduard Nalecz Graf Raczynski war auf dem Weg nach Italien, als er mit seiner Frau in Bregenz Halt machte. Caroline Theresia, geborene Prinzessin von Oettingen-Wallerstein, verliebte sich in die Umgebung rund um Bregenz.

Villa im Stile Ludwigs XV.

Der Graf erwarb zwei am Nordwestabhang des Gebhardsberges gelegene Gutshöfe, wo er 1874, auf einem etwa sechs Hektar großen Areal, einen Park anlegen ließ. Im Zentrum des Parks errichtete Architekt Stefan Tragl von 1875 bis 1877 eine Neo-Rokoko-Villa im Stil Ludwigs XV. mit Blick auf den Bodensee. Die Innengestaltung zeigt sich edel und exklusiv. Ein Stiegenhaus mit stuckierter Decke führt ins Obergeschoß, wo sich die gräflichen Wohn- und Repräsentationsräume befanden. Hier hat sich die reiche Wand- und Deckenstuckierung erhalten. Mit der Villa Raczynski entstand hier der letzte Schlossbau Vorarlbergs. Ein standesgemäßes Geburtstagsgeschenk, das der Graf Raczynski 1878 seiner Frau zum 47. Geburtstag machte. Zum Anwesen gehört das gleichzeitig erbaute Gesinde- und Wirtschaftshaus hinter dem Haus. Es ist mit dem Haupthaus durch eine überdachte Durchfahrt verbunden. 1880/81 kam nördlich etwas unterhalb der Villa das durch Romedius Wacker geplante Casino mit einer Kegelbahn dazu.

Abschied aus Bregenz

In den folgenden 20 Jahren wurde die Villa oft Zentrum einer opulenten Hofhaltung mit üppigem Dienstpersonal. Die häufigen Gäste aus dem europäischen Hochadel wurden mit privaten Konzert-, Theater- und Opernaufführungen verwöhnt. Als die Gräfin 1898 an einem Herzschlag verstarb, zog der Graf nach Polen und kehrte nicht mehr nach Bregenz zurück, ein Jahr später verstarb auch er. Da das Ehepaar kinderlos blieb, erbte der Neffe und Adoptivsohn Eduard Graf Nalecz-Raczynski den Besitz, den er 1904 an den Lauteracher Dominikanerinnenorden verkaufte. Die Schwestern gaben der Anlage mit Kloster Marienberg einen neuen Namen. 1907/08 entstand im Anschluss an den Gesindetrakt der Josefsbau. Er dient als Erweiterung des Klosters mit Kapelle, Speisesälen und Wohn- und Funktionsräumen für die Schwestern. Im Zweiten Weltkrieg wurden hier Lazarette errichtet. 1945 besetzten französische Truppen Marienberg und richteten ein Heim für französische Mütter und Kinder ein. 1946 erhielten die Dominikanerinnen ihr Eigentum zurück. Derzeit wird das Hauptgebäude für Events und Seminare vermietet, das Kloster dient als Konvent und Schulgebäude.

Der Park vereint Stilelemente des Neo-Rokoko und des Landschaftsgartens und stellt als weitgehend original erhaltene historische Gartenanlage ein wesentliches Gartendenkmal Vorarlbergs dar. Ab 1976 wurden die Villa samt der Terrasse, die Nebengebäude und die Baulichkeiten des Parterres restauriert und renoviert. Seit 2012 ist auch eine private Volksschule im Gebäude untergebracht.

Derzeit ist das Hauptgebäude vermietet und dient der Abhaltung von Seminaren und Feiern. Das ehemalige Wirtschaftsgebäude sowie der anschließende Josefsbau aus dem Jahr 1907 fungieren als Konvent. Von 1976 bis 1997 erfolgte die Schlosssanierung. <span class="copyright">Böhringer</span>
Derzeit ist das Hauptgebäude vermietet und dient der Abhaltung von Seminaren und Feiern. Das ehemalige Wirtschaftsgebäude sowie der anschließende Josefsbau aus dem Jahr 1907 fungieren als Konvent. Von 1976 bis 1997 erfolgte die Schlosssanierung. Böhringer
Derzeit ist das Hauptgebäude vermietet und dient der Abhaltung von Seminaren und Feiern. Das ehemalige Wirtschaftsgebäude sowie der anschließende Josefsbau aus dem Jahr 1907 fungieren als Konvent. Von 1976 bis 1997 erfolgte die Schlosssanierung. <span class="copyright">Böhringer</span>
Derzeit ist das Hauptgebäude vermietet und dient der Abhaltung von Seminaren und Feiern. Das ehemalige Wirtschaftsgebäude sowie der anschließende Josefsbau aus dem Jahr 1907 fungieren als Konvent. Von 1976 bis 1997 erfolgte die Schlosssanierung. Böhringer