„Jeder Brunnen hat seine eigene Geschichte“

Vorarlberg / 14.04.2021 • 13:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Hilfsprojekt in Burkina Faso zieht Kreise. 70 Brunnen konnten bereits gebaut werden. <span class="copyright">privat</span>
Das Hilfsprojekt in Burkina Faso zieht Kreise. 70 Brunnen konnten bereits gebaut werden. privat

Hilfsprojektinitiator Heribert Gut erzählt sie in einem Online-Vortrag.

Göfis Eine unendliche Brunnengeschichte … und der Mann, der dahinter steckt, ist Heribert Gut. Durch die Initiative des Göfners erhielten in Burkina Faso insgesamt 70 Dörfer einen Trinkwasserbrunnen. Das soziale Engagement ist Gut als ältestem von neun Kindern quasi in die Wiege gelegt worden. Seine Pensionierung war für den gelernten Schriftsetzer und früheren Mitarbeiter der Diözese Feldkirch Anlass, um anstelle von Abschiedsgeschenken ein Hilfsprojekt zu unterstützen. Hier entstand auch die Idee, ein Brunnenprojekt in Burkina Faso umzusetzen. Gesagt, getan – der Startschuss für viele weitere Projekte war gelegt.

„Es gibt unzählige Geschichten von Privatpersonen, Gedenkspenden und mehr, die einen Brunnen finanzieren und somit die Menschen in Burkina Faso mit sauberem Trinkwasser versorgen. Jeder Brunnen hat seine eigene Geschichte“, so Gut. Im Rahmen eines digitalen Vortrags der Caritas Auslandshilfe am Freitag, 23. April, um 16 Uhr zum Schwerpunkt „Wasser = Leben“ wird er diese und zahlreiche andere lustige Anekdoten erzählen. Anmeldung zum Online-Vortrag per E-Mail an kornelia.latzel@caritas.at. Der Zoom-Link wird nach der Anmeldung zugesendet.

Kontrolle ist wichtig

Gut entpuppt sich auch als Fundraising-Genie: So hat er die „Brunnen-Schillinge“ ins Leben gerufen und insgesamt 550 verschiedene Bierdeckel kreiert, um den Gönnern etwas „Handfestes“ zu bieten. Sogar die Brunnen selbst bekommen eine Tafel mit dem Namen des Spenders. Aktuell gestaltet die Künstlerin Margit Seeberger die Ausstellung „Wasser-Bilder“ – die Hälfte des Erlöses geht in den Brunnenbau in Afrika.

Der Göfner Heribert Gut koordiniert den Brunnenbau.
Der Göfner Heribert Gut koordiniert den Brunnenbau.

Für Gut ist wichtig, dass nachvollziehbar ist, ob jeder Spenden-Euro ankommt. Er koordiniert mit dem Verein Entwicklungs-Zusammenarbeit Linz (VEZ) und Pater Felix vom Stift Melk den Brunnenbau und seit Neuem auch Patenschaften für Schulkinder. „Die Partner vor Ort schicken Fotos und Videos von den Brunnen. VEZ veröffentlicht auch einen Jahresbericht und dokumentiert das Baugeschehen“, betont Gut.

Weiterhin als Koordinator

Die Frage, ob er selbst ebenfalls schon nach Burkina Faso gereist ist, um die 70 Brunnen vor Ort zu sehen, verneint Gut: „Es war eigentlich einmal geplant, die politische Situation hat es dann aber nicht zugelassen. Es war zu unsicher. Vielleicht werden meine Kinder oder meine Enkel irgendwann dorthin reisen“, trauert Gut dem aber nicht nach. Bleibt noch offen, ob nach 70 Brunnen auch eine „Pensionierung von seinem Hobby“ geplant ist? „Um dem Titel die unendliche Brunnengeschichte treu zu bleiben, werde ich – so lange ich gesund bleibe – weiterhin als Koordinator tätig sein.“

Zur Person

Heribert Gut geht voll und ganz in seinem – wie er es bezeichnet – Hobby, dem Brunnenbau in Burkina Faso, auf.

Alter Ü-70

Beruf Pensionist, gelernter Schriftsetzer/Pfarrblatt-Drucker

Familie 2 Kinder, 4 Enkelkinder

Leitsatz „Us nüt eppas macha, ischt a Kunscht.“