Bezirksgericht: Ladendieb stahl sich durch den Eingang hinaus

Vorarlberg / 29.04.2021 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bezirksgericht: Ladendieb stahl sich durch den Eingang hinaus
Langfinger füllte gleich zwei Einkaufswagen voll mit Lebensmitteln. SYMBOL/VN

Die Überwachungskamera registrierte tolldreisten Diebstahl im Lidl-Markt.

Dornbirn Kassen am Ausgang von Supermärkten haben für zahlungsscheue Ladendiebe naturgemäß etwas durchaus Bedrohliches an sich. Um dieses Problem buchstäblich zu umgehen, tüftelte eine rumänische Roma-Gruppe einen raffinierten Plan aus.

Am Eingang postiert

Und der sah so aus: Während sich ein Mitglied am Eingang postierte und so jederzeit ein Öffnen der Türe gewährleisten konnte, bediente sich ein weiterer Komplize der Gruppe aus den Regalen. So geschehen in einem Vorarlberger Lidl-Markt im Unterland. Doch der Dieb gab sich dabei nicht etwa bescheiden, nein, er füllte gleich zwei Einkaufswagen zum Bersten voll mit Lebensmitteln im Wert von beinahe 1000 Euro.

Zunächst funktionierte die Strategie. Fernab vom Ausgang schleppte der Rumäne die prall gefüllten Wagen durch die von seinem Komplizen offen gehaltene Eingangstür. Allerdings halten auch hier Überwachungskameras das Geschehen fest. So entging der Coup nicht den Augen des Filialleiters, der die Täter beim Verladen der Beute in einen Pkw stellte.

Nach der Anzeige wird der Fall am Bezirksgericht Dornbirn verhandelt. Der Hauptangeklagte zieht es jedoch vor, dem Prozess fernzubleiben. Also verhandelt Richter Werner Feurstein in Abwesenheit des Beschuldigten.

Fünf Seiten lange Preisliste

Der Bezirksanwalt betont dabei die Dreistigkeit des Diebstahls, wie sie ihm in seiner langjährigen Karriere noch kaum untergekommen sei: „Das muss man sich mal vorstellen. Wie viele Lebensmittel muss man beim Lidl kaufen oder stehlen, um auf einen Einkaufswert von beinahe 1000 Euro kommen? Im besagten Fall hat die Preisliste beinahe fünf Seiten in Anspruch genommen.“ Doch da der Coup beim Versuch geblieben war, hält sich auch die Strafe in Grenzen. Der abwesende Beschuldigte wird zu einer unbedingten Geldstrafe von 480 Euro in hundert Tagessätzen verurteilt.