Die nächsten Schritte zur Energieautonomie

Vorarlberg / 05.05.2021 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die nächsten Schritte zur Energieautonomie
Am Mittwoch präsentierten die Parteien den Allparteienbeschluss. VLK/SERRA

Landtagsparteien beschließen neue Strategie zur Energieautonomie. Am Ende ist Vorarlberg auf andere angewiesen.

Bregenz Wenn es um Grundlegendes geht, ist man innerhalb der Vorarlberger Parteiwelt auf Einstimmigkeit bedacht – sofern es möglich ist. Am Mittwoch stellten sich Vertreter aller fünf Landtagsparteien gemeinsam mit Landesrat Johannes Rauch vor die Presse, um diese Einstimmigkeit zu betonen. Thema: Energieautonomie. Die Parteien beschlossen im Ausschuss eine neue Strategie, um Vorarlberg bis 2050 möglichst energieautonom werden zu lassen. In acht Bereichen wurden 26 Handlungsfelder formuliert, die in den kommenden neun Jahren angegangen werden.

Die nächsten Schritte zur Energieautonomie
Die Energiesprecher der Parteien (v.li.): Martin Staudinger (SPÖ), Gerfried Thür (Neos), Christoph Metzler (Grüne), Landesrat Johannes Rauch (Grüne), Daniel Allgäuer (FPÖ), Christina Metzler (ÖVP). VLK/Serra

Die ersten zehn Jahre auf dem Weg zur Energieautonomie sind zu Ende. Im Strategiepapier ziehen die Verantwortlichen eine erste Bilanz: “Das Fazit zeigt, dass Vieles erreicht wurde. Die Anstrengungen in den nächsten Jahren müssen aber erheblich gesteigert werden, um das langfristige Ziel bis 2050 energieautonom zu werden, nicht aus den Augen zu verlieren.” Deshalb ist bis 2030 folgendes geplant: Der Anteil erneuerbarer Energieträger am Energiebedarf soll 50 Prozent ausmachen. Um ebenso viel sollen Treibhausgase reduziert werden, und zwar zum Vergleichsjahr 2005. Außerdem soll in der Jahresbilanz 100 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energieträgern versorgt werden.

Größter Treibhausgasverursacher ist der Verkehr. Von 2005 bis 2018 blieb der Ausstoß in diesem Bereich fast unverändert. In den kommenden neun Jahren sollte er laut Plan um 65 Prozent sinken. Da gibt es allerdings ein großes Problem: In diesem Bereich ist die Landesregierung von der Bundesregierung abhängig, wie Landesrat Rauch beteuert. “Wir sind die Tankstelle Europas, der Tanktourismus ist ein großes Problem. Ohne Abschaffung des Dieselprivilegs wird es schwierig. Wir können nur das in der Landeskompetenz regeln.” Dazu zählen die Bereitstellung erneuerbarer Fernwärmeversorgung, verstärkter Ausbau von PV-Anlagen und das Programm Mission ZeroV. Gemeindeverwaltungen sollen bis 2040 klimaneutral werden.

Elektroautos für Regierung

Eigener Wirkungsbereich könnte auch der Fuhrpark des Landes sein. SPÖ-Klubobmann Martin Staudinger brachte kürzlich eine Anfrage ein. Die Antwort zeigt: Von 171 Fahrzeugen sind 57 elektrisch betrieben. Die Fahrzeuge der sieben Regierungsmitglieder und des Landtagspräsidenten bestehen aus zwei Hybridautos und sechs kompletten Allrad betriebenen Verbrennern. Zwar ist den Grünen wichtig, festzuhalten, dass sich die grünen Regierungsmitglieder ein Hybridauto teilen, das zudem die wenigstens Kilometer fährt, allerdings befindet sich kein einziges reines Elektroauto darunter. Bei den nächsten Bestellungen wird sich das ändern, verspricht Rauch. Der öffentliche Busverkehr soll ebenfalls auf Elektrobetrieb umgestellt werden, im motorisierten Individualverkehr stünden die Autoverkäufer zudem vor dem Problem, dass die Nachfrage nach Elektroautos größer ist als das Angebot. Bis 2030 soll der Anteil der E-Mobilität auf 30 Prozent steigen. Auch im Gebäudebereich, in der Infrastruktur, in der Landwirtschaft, der Industrie und der Abfallwirtschaft soll einiges geschehen.

Die komplette Strategie zum Download