Klauser Mittelschule verwandelte sich in Baumschule

Vorarlberg / 05.05.2021 • 14:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Biologieunterricht wurde für die 2a-Klasse der Mittelschule Klaus-Weiler-Fraxern in den Wald verlegt. Thema war ein Aufforstungsprojekt im Klauser Plattenwald.<span class="copyright">Egle</span>
Der Biologieunterricht wurde für die 2a-Klasse der Mittelschule Klaus-Weiler-Fraxern in den Wald verlegt. Thema war ein Aufforstungsprojekt im Klauser Plattenwald.Egle

Gemeinsames Aufforstungsprojekt von Agrargemeinschaft und Schülern.

Klaus Das Ökosystem Wald steht derzeit auf dem Lehrplan der 2a-Klasse der Mittelschule Klaus-Weiler-Fraxern. Anhand der derzeit bestehenden Einschränkungen im Unterricht, Stichwort Home Schooling, Distance Learning etc., packte Biologielehrer Klaus Matt zusammen mit Direktor Dieter Losert die Gelegenheit am Schopf und suchte den Kontakt zu Johannes Ludescher, seines Zeichen Obmann der Agrargemeinschaft Klaus. Daraus entstand ein gemeinsames Aufforstungsprojekt im Klauser Plattenwald. Dort litt ein Stück Wald unter einem akuten Borkenkäferbefall, weshalb die Fläche gerodet werden musste.

160 klimafitte Bäume

Die Zweitklässler machten sich nun unter der fachkundigen Anleitung von Ludescher und Steve Adlassnig sowie der beiden Waldaufseher und Förster Lucas Schnetzer und René Lantschner an die Aufforstung des betroffenen Gebiets. Da es sich dort rundherum um klassischen Mischwald handelt, wurden auch bewusst verschiedene Triebe von Laub- und Nadelhölzern gepflanzt. Um auch in Zeiten von Klimawandel den Wald für die nächsten Jahrzehnte fit zu machen, wurde bei der Auswahl der Pflanzen auf die nötige Klimastressresistenz geachtet und deshalb rund 160 Stück Ahorn, Lärchen, Douglastannen sowie einige Elsbeeren und Felsenbirnen gepflanzt – stets in der Nähe der Stümpfe der gerodeten Bäume. Diese werden in den kommenden Jahren jeweils unter einem Haufen von Ästen und Tannenreisig verrotten und damit den neuen Bäumen als natürlicher Dünger dienen. Darüber hinaus werden diese Totholzhaufen die Heimat von Insekten, Käfern und Würmern sein, die der Vogelpopulation als Nahrung dienen. Ludescher betont diese Tatsache vor allem darum, weil er den Wald nicht nur als Holzquelle sieht, sondern als ein umfassendes, komplexes Ökosystem.

Alexej bei der Arbeit mit Waldaufseher Lucas Schnetzer.
Alexej bei der Arbeit mit Waldaufseher Lucas Schnetzer.
Arda unterstützte gerne Agrarobmann Johannes Ludescher.
Arda unterstützte gerne Agrarobmann Johannes Ludescher.
Sofia und Lena gefiel der „Biologieunterricht“ im Freien.
Sofia und Lena gefiel der „Biologieunterricht“ im Freien.
Auch Isabel, Emilia und Lorena packten tatkräftig mit an.
Auch Isabel, Emilia und Lorena packten tatkräftig mit an.

Baumtaufe

Die Schüler versahen die jungen Bäumchen mit dem nötigen Schutzzaun und auch noch jeweils mit einem Namen. Anzusehen war den Jugendlichen die Freude an der Arbeit und die Abwechslung zum Unterricht in der Schule oder sogar zu Hause in den eigenen vier Wänden.

Bei der abschließenden Jause zog Agrarobmann Ludescher zufrieden Bilanz: „Das Engagement und die Auffassungsgabe der Schüler war ausgezeichnet.“ Und so rang Ludescher seinen Schützlingen zum Schluss noch ein Versprechen ab. In nächster Zeit werden alle „ihrem Wald“ regelmäßig einen Besuch abstatten und das weitere Wachstum in den kommenden Jahren und Jahrzehnten mitverfolgen. CEG

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