Verbindendes wieder in den Fokus rücken

Vorarlberg / 05.05.2021 • 16:04 Uhr
Brigitte Scherrer (Pastoralassistentin in Ausbildung), Preisträgerin Jasmine Feurle, Elisabeth Heidinger, Preisträgerin Sinem Aksoy und Kaplan Mathias Bitsche (v.l.).
Brigitte Scherrer (Pastoralassistentin in Ausbildung), Preisträgerin Jasmine Feurle, Elisabeth Heidinger, Preisträgerin Sinem Aksoy und Kaplan Mathias Bitsche (v.l.).

Ausstellung zum Nachdenkwettbewerb „VerANTWORTE“ in der Heilig-Kreuz-Kirche.

Bludenz Wie geht ihr mit der Coronasituation um? Wie seht ihr die Maßnahmen, die eure Freiheit einschränken? Welche Werte sind euch jetzt wichtig? Mit diesen Fragen hat das Carl Lampert Forum vergangenen Sommer zur Teilnahme am Nachdenkwettbewerb „VerANTWORTE“ eingeladen. Als dieser gestartet wurde, herrschte eine Zeit großer Unsicherheit und Angst – um eigenes und „fremdes“ Leben sowie die finanzielle Existenz. „Die Jugend war plötzlich eine isolierte Gesellschaft und hatte keine Stimme mehr“, berichtete die Geschäftsführerin des Carl Lampert Forums, Elisabeth Heidinger, bei der Ausstellungseröffnung in der Heilig-Kreuz-Kirche am Sonntag.

„Das Carl Lampert Forum wollte das Verbindende wieder in den Fokus rücken“, betonte sie im Gespräch mit Pastoralassistentin
i. A. Brigitte Scherrer. Aus über 40 Einsendungen wählte eine Jury, bestehend aus Historiker Wolfgang Weber, Dietmar Steinmair vom Katholischen Bildungswerk Vorarlberg und Manfred Melchhammer vom Freundeskreis Carl Lamperts, in zwei Kategorien jeweils drei Siegerprojekte aus. Diese gaben laut dem Carl Lampert Forum „eine kreative, kritische und lösungsorientierte Antwort auf die gesellschaftliche ‚VerAntwortung‘“. Eine Auswahl der eingereichten Werke kann noch für kurze Zeit in der Heilig-Kreuz-Kirche bestaunt werden.

Für Menschlichkeit eingetreten

Während der ersten Maihälfte präsentieren das Carl Lampert Forum, das Stadtarchiv Bludenz und die Katholische Kirche im Lebensraum Bludenz zudem eine Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe zum Thema „Carl Lampert erinnern“. Der selige Carl Lampert sei „immer wieder für Menschlichkeit eingetreten und standhaft geblieben auf der Botschaft Jesu Christi“, predigte Kaplan Mathias Bitsche im Sonntagsgottesdienst. Diese Botschaft könne niemals ausschließend und ebensowenig gewalttätig sein. „Ich glaube“, fuhr der Seelsorger fort, „es ist ein wesentlicher Auftrag an unsere Zeit, einzustehen und Kraft zu investieren in die Einheit unserer Gesellschaft und unserer Kirche.“ Denn eine gespaltene Gemeinde könne keine Früchte tragen, so Bitsche. SCO

Der Sonntagsgottesdienst in der Bludenzer Heilig-Kreuz-Kirche stand im Zeichen des Nachdenkwettbewerbs „VerANTWORTE“. Die Tücher im Kirchenraum tragen die Namen von Euthanasieopfern.<span class="copyright">SCO</span>
Der Sonntagsgottesdienst in der Bludenzer Heilig-Kreuz-Kirche stand im Zeichen des Nachdenkwettbewerbs „VerANTWORTE“. Die Tücher im Kirchenraum tragen die Namen von Euthanasieopfern.SCO

Termine

Samstag, 8. Mai, 18 Uhr, „Menschsein ohne Begrenzung“ – Messfeier zum Thema Euthanasie, Heilig-Kreuz-Kirche.

Samstag, 8. Mai bis Samstag, 15. Mai, „Verfolgung und Widerstand“, Ausstellung des Stadtarchivs: Biographische Aspekte der NS-Diktatur in Bludenz.

Ausgewählte Biographien von Menschen, die in Bludenz Widerstand
gegen das NS-Regime leisteten oder Opfer von Verfolgung wurden. Unter anderem werden die als Euthanasie bezeichnete Ermordung von Menschen mit Behinderung, Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft, Verfolgung aufgrund der NS-Rassenideologie und aus sozialen Gründen sowie der politische und militärische Widerstand zum Thema gemacht. Mit der Ausstellung soll ein Beitrag für eine Erinnerungskultur geleistet werden, die über das „Gefallenengedenken“ hinausreicht. Bludenz, Hl.-Kreuz-Kirche; Öffnungszeiten: täglich von 8 bis 20 Uhr.