Diese 17 Virusvarianten sind in Vorarlberg schon aufgetaucht

Vorarlberg / 28.07.2021 • 21:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Diese 17 Virusvarianten sind in Vorarlberg schon aufgetaucht
Vorarlbergs Abwasser wird regelmäßig auf Viren untersucht. VN/Paulitsch

Auch Virusvarianten aus Nigeria, Kolumbien und Mexiko festgestellt.

Schwarzach Während der Coronapandemie haben es viele Begriffe in den allgemeinen Wortschatz geschafft. Man weiß, was eine FFP2-Maske ist, kennt den R-Wert, täglich wird von Inzidenz gesprochen und seit Kurzem ist bekannt, dass Impfdurchbruch etwas Negatives ist. Aber schon einmal von VOC, VOI und VUM gehört? In Vorarlberg wurden drei von vier VOC nachgewiesen. Einer davon hat sich durchgesetzt: Die Delta-Variante. Die Begriffe beschreiben, wie gefährlich eine Variante ist. 17 Virusvarianten wurden in Vorarlbergs Abwasser schon festgestellt. Die meisten sind VUM.

Früher trugen die Viren den Namen des Landes, in dem sie entdeckt wurden. Nun heißt die Großbritannien-Variante Alpha, aus Südafrika wurde Beta und aus der indischen Variante Delta. Zusammen mit Gamma (Brasilien) bildet das Quartett die Gruppe der VOC, der „Variants of concern“. Christoph Scheffknecht vom Vorarlberger Umweltinstitut erläutert: „Von diesen vier Varianten weiß man, dass sie sich auf das Infektionsgeschehen auswirken.“ Die Alpha-Variante hat lange Zeit dominiert. Aktuelle Abwasserwerte zeigen: Delta setzt sich durch.

Von Varianten der Kategorie VOI (Variants of interests) geht weniger Gefahr aus. Drei Stück wurden entdeckt: Eta, das in Nigeria erstmals auftrat, sowie eine französische und eine kolumbianische Variante, die keinen Namen aus dem griechischen Alphabet besitzen. Die meisten Varianten, die in den vier untersuchten Kläranlagen gefunden wurden, sind nicht gefährlicher als das Stammvirus. Viele tragen weder Landes- noch Alphabetsbezeichnungen, sondern nur eine Nummer. Elf dieser Varianten der Kategorie VUM (Variants under monitoring) hat das Labor entdeckt. “Die meisten Funde, vor allem aus der Vergangenheit, sind nicht besonders besorgniserregend”, erzählt Schneffknecht.

Er und sein Team sehen sich auch die Virenlast im Abwasser an. Ein Infizierter auf 30.000 Einwohner reicht, um Virenteile im Klärwasser zu finden. Die aktuellen Zahlen, die auf der Seite des Landes veröffentlicht werden, zeigen, dass die Virenlast in der ARA Hofsteig kurz stark anstieg. Scheffknecht erläutert: “Das hat sich in der Inzidenz widergespiegelt. Wobei die ARA nicht mit der Region ident ist.” Die Werte sind mittlerweile wieder zurückgegangen.

Diese 17 Virusvarianten sind in Vorarlberg schon aufgetaucht

Varianten in Vorarlberg

Variants of concern (VOC):

B.1.1.7 / Alpha / erstmals festgestellt in Großbritannien ARA Bregenz, Dornbirn, Hofsteig, Hohenems

B.1.351 / Beta / Südafrika ARA Bregenz

B.1.617.2 / Delta / Indien ARA Bregenz, Dornbirn, Hofsteig, Hohenems

Variants of interest (VOI):

B.1.525 / Eta / Nigeria ARA Dornbirn, Hohenems

B.1.616 / Frankreich ARA Bregenz

B.1.621 / Kolumbien ARA Bregenz, Dornbirn, Hofsteig, Hohenems

Variants under monitoring (VUM):

A.27 ARA Hofsteig

A.28 ARA Hofsteig, Hohenems

B.1.1.318 ARA Bregenz, Dornbirn, Hofsteig, Hohenems

B.1.1.519 / Mexiko ARA Hohenems

B.1.1.39 ARA Bregenz, Hofsteig, Hohenems

B.1.160 ARA Bregenz, Dornbirn, Hofsteig, Hohenems

B.1.177.86 ARA Bregenz, Dornbirn, Hofsteig, Hohenems

B.1.221 ARA Bregenz, Dornbirn, Hofsteig, Hohenems

B.1.258.17 ARA Bregenz, Dornbirn, Hofsteig, Hohenems

B.1.1.170 ARA Dornbirn, Hohenems

B.1.1.70 ARA Hohenems