Jens Spahn im VN-Interview: Keine Grenzschließungen in Sicht

Vorarlberg / 29.07.2021 • 05:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jens Spahn im VN-Interview: Keine Grenzschließungen in Sicht
Jens Spahn sprach im VN-Interview über mögliche Einschränkungen für Reiserückkehrer nach Deutschland und die Freude über den Impfstoff. VOL.at/Mayer

Jens Spahn glaubt nicht, dass es noch einmal dazu kommt.

Bregenz Als vor über einem Jahr die Grenzen zu Deutschland und der Schweiz geschlossen wurden, traf es viele Vorarlberger stärker als gedacht. Nach Deutschland dürfte es wohl nicht wieder dazu kommen. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn betont im VN-Interview am Rande seines Festspielbesuchs in Bregenz: “Ich würde sagen, aus heutiger Sicht nicht.” Mit einer Einschränkung.

Viele deutsche Gäste, auch hier bei den Bregenzer Festspielen, werden ab Anfang August als Reiserückkehrer gelten, die wieder mit Einschränkungen wie Tests zu kämpfen haben. Was wird für Urlauber aus Österreich zu erwarten sein?

Generell geht es ja um Sicherheit beim Reisen. Wir sind noch in der Pandemie, aber die meisten sind mittlerweile geimpft. Für Geimpfte und Genesene wird es gar keinen Unterschied geben. Für Nichtgeimpfte braucht es einen kostenlos verfügbaren Schnelltest, damit wir sicher sein können, dass möglichst wenig Infektionen nach Deutschland eingetragen werden. Aber das ist ein Thema, das alle Länder beschäftigt.

Gerade hier in der Bodenseeregion waren die Grenzschließungen ein herber Einschnitt. Ist das mit steigenden Infektionszahlen wieder möglich?

Das sehe ich aktuell nicht. Wir haben ja die Grenze eigentlich nur ganz am Anfang in einer sehr schweren Phase geschlossen. Wir alle wussten nicht, wo es hingeht. Und zu Tirol haben wir das einmal getan, als es um eine neue Virusvariante ging. Auch das sehe ich in den nächsten Monaten nicht, und schon gar nicht etwas, das es dann nicht in ganz Europa gäbe. Ich würde sagen, aus heutiger Sicht wird es nicht wieder zu Grenzschließungen kommen, wie wir sie schon gesehen haben. Aber diese Pandemie hat schon viele Überraschungen bereitgehalten.

Das Robert Koch Institut hat sich sehr auf Inzidenzen eingeschworen. Wie sehr kritisieren sie diese Einschränkung auf Inzidenzen? Wäre ein breiter Blick notwendig?

Wir haben ja einen breiteren Blick. Inzidenzen, also Infektionszahlen, sind das eine. Das andere ist die Dynamik, der berühmte R-Wert, also in welcher Geschwindigkeit es hoch oder runter geht. Die Impfquote macht auch einen großen Unterschied und die Frage der Hospitalisierungen. Wie viele müssen ins Krankenhaus? Wir sehen in Österreich und Deutschland, dass die Über-60-Jährigen weitestgehend geimpft sind. Das macht einen echten Unterschied in dieser Pandemie. Dass wir einen Impfstoff haben, mitten in einer Pandemie, hat es in der Menschheit noch nicht gegeben. Das ist großes Glück. Dieses große Glück macht es uns möglich, hier im Freien in Bregenz wieder mit 7000 Menschen zusammen zu sein. Das tut gut.

Sie werden “Rigoletto” sehen. Gibt es eine Opernfigur, die Sie annehmen würden?

(lacht) Immer der Gute. Ich freue mich einfach auf einen schönen Abend. Und wie gesagt: Dass es überhaupt wieder möglich ist, tut einfach gut. Klar, unter Sicherheitsvorkehrungen mit den drei G. Aber ich habe schon lange keine so große Veranstaltung mehr besucht. Ich freue mich drauf.

Bregenz oder Bayreuth?

Dieses Jahr Bregenz, vorletztes Jahr Bayreuth. Das ist eine gute Steigerung (lacht).

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