Internetkriminalität boomt auch in Vorarlberg

Vorarlberg / 11.08.2021 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Internetkriminalität boomt auch in Vorarlberg
Laut dem Cybercrime-Report stieg das verbrecherische Unwesen im Internet im Vorjahr deutlich an. Symbol/hb

Veröffentlichter Cybercrime-Report für 2020 zeigt gefährliche Auswüchse und Tendenzen.

Wien, Schwarzach Auch im Jahr 2020 sind die angezeigten Cybercrime-Delikte in Österreich enorm gestiegen: Von 28.439 Delikten im Jahr 2019 auf 35.915 im Jahr 2020, das bedeutet ein Plus von 26,3 Prozent. Der Internetbetrug hat 2020 mit 18.780 Anzeigen erneut einen Höchststand erreicht. Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, und Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamtes, bezeichneten dies bei der Präsentation des Cybercrime Reports in Wien als Topdelikt.

Jedoch hat inzwischen fast jede Kriminalitätsform einen digitalen Aspekt. “Es gibt nur mehr wenige Bereiche, auch in der traditionellen Kriminalität, in denen Digitalisierung und IT keine Rolle mehr spielen”, so Ruf weiter. “Cybercrime ist in den letzten zehn Jahren von einer kriminalistischen Randerscheinung zu einem Hauptproblem geworden.”

Im Vergleich zum gesamtösterreichischen Durchschnitt ist die Zahl der Anzeigen bezüglich der insgesamten Cybercrime-Delikte in Vorarlberg nicht um 26,3, sondern „nur“ um 20,4 Prozent gegenüber 2019 angestiegen. Was Betrug im Internet betrifft (bundesweit das Topdelikt), sind die Anzeigen in Vorarlberg um 13,3 Prozent auf 784 angestiegen. Beim gesonderten Delikt „Betrügerischer Datenmissbrauch“ kam es im Ländle von 52 (2019) auf gar 164 Anzeigen im Vorjahr.

Die betrügerische Verwendung bei Bankomat- und Kreditkarten macht hier den größten Anteil der Anzeigen aus. Auch die Fälle von „Phishing“ (Beschaffung persönlicher Daten anderer Personen wie Passwort, Kreditkartennummer usw. mit gefälschten E-Mails oder Websites) sind angestiegen.

Auswirkungen der Pandemie

Die Corona-Pandemie hat viele Bereich des täglichen privaten und beruflichen Lebens ins Internet verlagert. Dies hat auch deutliche Konsequenzen bei der Internetkriminalität. Zu Beginn der Pandemie gab es nach der Neuregistrierung mehrerer tausender Domains eine starke Zunahme an betrügerischen Webseiten (Ziel: Phishing, Schadsoftware verbreiten). Durch das „Social Distancing gab es auch einen Zuwachs an Betrugshandlungen wie etwa „Love Scam. In Fake Shops, aber auch auf regulären Plattformen, kam es vermehrt zu Betrugsdelikten (Desinfektionsmittel, Atemschutzmasken, Fake Apps, Bank-Trojaner).

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