Brückenschlag über den Koblacher Kanal

Vorarlberg / 09.09.2021 • 16:42 Uhr
Bgm. Gerd Hölzl, Rheinbauleiter Mathias Speckle, Walter Sandholzer (Vors. Gem. Rheinkommission) und Bgm. Rainer Siegele.<span class="copyright">IRR</span>
Bgm. Gerd Hölzl, Rheinbauleiter Mathias Speckle, Walter Sandholzer (Vors. Gem. Rheinkommission) und Bgm. Rainer Siegele.IRR

Neues Bauwerk und Interventionspiste eröffnet.

Koblach, Mäder Die ersten drei sind bereits vollbracht – nun folgte Nummer 4. Der rund 750 Meter lange Abschnitt der Interventionspiste entlang der Landseite des Rheindamms wurde am Mittwoch feierlich eröffnet. Die Piste selbst soll durchgehend von der Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Österreich beim oberen Rheinspitz in Altach bis zur Ehbachbrücke in Koblach sein. Ab 2018 wurden die ersten drei Abschnitte auf dem Gemeindegebiet von Altach und Mäder baulich umgesetzt. Der nun eröffnete Abschnitt erstreckt sich von der Abzweigung des Rheinbähnles beim Steinbruch Mäder/Koblach bis zur Gemeindegrenze Koblach/Mäder. Mathias Speckle, Rheinbauleiter Österreich der Internationalen Rheinregulierung (IRR), betonte vor rund 30 Gästen dessen Wichtigkeit: „Interventionspisten sichern im Ernstfall die Zufahrt zum Hochwasserdamm. So können Schadstellen problemlos gekennzeichnet, kontrolliert, beobachtet oder auch mit schwerem Gerät behoben werden. Auch die laufende Wartung und Instandhaltung des Rheindamms ist Dank der Piste viel einfacher.“ Noch ist der Interventionspistenbau nicht abgeschlossen. „Die Umsetzung des fünften und letzten Abschnitts, von der Gemeindegrenze Koblach/Mäder bis zum Ehbach soll in den Jahren 2022 und 2023 erfolgen“, ergänzt Walter Sandholzer, Vorsitzender der Gemeinsamen Rheinkommission.

Neue Brücke mit Mehrwert

Die Erschließung der neuen Interventionspiste erfolgt über die Landesstraße. An der Gemeindegrenze Koblach/Mäder wurde dafür eine neue, 16 Meter lange und vier Meter breite Brücke über den Koblacher Kanal errichtet. Dabei konnten Tragwerksteile, die von der ehemaligen IRR-Dienstbahnbrücke Mäder/Kriessern stammen, wiederverwendet werden. Diese wurden vorher sandgestrahlt und dann zwecks Korrosionsschutz neu beschichtet. Rainer Siegele, Bürgermeister von Mäder, freut sich sowohl über die Interventionspiste als auch über die Brücke: „Mit der Interventionspiste wird der Hochwasserschutz am Rhein verbessert. Das Sprichwort ‚Das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden‘ greift hier aber zu kurz. Durch die Brücke wird nicht nur die Zufahrt zur Interventionspiste sichergestellt, es werden auch zwei wichtige Fahrradverbindungen miteinander verbunden. Hier wird also das ‚Nützliche mit dem Nützlichen‘ verbunden.“ Auch der Koblacher Bürgermeister Gerd Hölzl findet lobende Worte: „Die Brücke über den Koblacher Kanal spiegelt die gute Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und der Internationalen Rheinregulierung. Durch das konstruktive Miteinander ist es gelungen, einem Zweckbau einen Mehrwert zuzuordnen. Die Brücke ist ein attraktiver Anschluss auf den Damm und somit eine wertvolle Ergänzung zum bestehenden Radwegenetz.“

Bei einem Spaziergang auf der Interventionspiste erfuhren die Gäste alles Wissenswerte zum Bau.
Bei einem Spaziergang auf der Interventionspiste erfuhren die Gäste alles Wissenswerte zum Bau.

Lokal, nachhaltig und naturnah

Für den Bau der Piste konnte dank einer Kooperation mit dem Wasserverband Frutzkonkurrenz Kies aus der Frutz verwendet werden. Die Aufbereitung erfolgte auf dem IRR-Hochwasserstützpunkt Mäder/Koblach. Für ökologische Maßnahmen und den Unterbau konnte das entnommene Rundkorn unbearbeitet eingesetzt werden. Im Baufeld befinden sich zudem Vorkommen seltener Pflanzen wie etwa Hummelragwurz und Bienenragwurz. Daher wurde im Bereich der Zufahrtsrampen der abgetragene Boden zum Ende der Arbeiten wieder aufgebracht. So können sich die Pflanzenbestände jetzt, nach Abschluss der Arbeiten, erholen. Außerdem wurden rund 120 einheimische Strauchsetzlinge gepflanzt und fünf neue Tümpel für Amphibien gestaltet. Haufen aus Totholz und Bereiche mit Kies, Letten und Steinen sorgen für unterschiedliche, natürliche Lebensräume entlang der Interventionspiste.