Über das autofreie Ried sollte man reden

Vorarlberg / 13.10.2021 • 17:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein zumindest zeitweise autofreies Ried ist für Bgm. Natter eine Überlegung wert. <span class="copyright">STP</span>
Ein zumindest zeitweise autofreies Ried ist für Bgm. Natter eine Überlegung wert. STP

Für Bürgermeister Christian Natter ist die Sperre der Senderbrücke ein Denkanstoß.

Wolfurt Seit 15 Jahren feiern Radlerinnen und Radler Anfang Oktober ihren großen Tag: Für ein paar Stunden wird die Senderstraße für den motorisierten Verkehr gesperrt und ist dann ausschließlich für die Pedalritter reserviert. Heuer war es ganz anders, denn schon einen Monat zuvor wurde schlagartig eine Sperre der Holzbrücke über die Dornbirner Ach verfügt und das Lauteracher Ried damit auf längere Zeit autofrei gemacht. Der Rad-Ried-Tag war damit zumindest auf Lauteracher Seite der Ach eine Dauereinrichtung geworden. Die Verbindung zwischen Lustenau und Dornbirn-Werben ist ja von der Brückensperre nicht betroffen.

Macht Appetit auf mehr …

Was vielen Autofahrern ein Ärgernis ist, weil sie zum Teil erhebliche Umwege (noch dazu mit Staus) in Kauf nehmen müssen, sehen andere – vorwiegend Radlerinnen und Radler – recht entspannt und könnten sich mit einer Dauereinrichtung anfreunden.

Wolfurts Bürgermeister Christian Natter als Sprecher der plan-b-Gemeinden hat im Gespräch mit der VN-Heimat für diese Idee ein durchaus offenes Ohr. „Man sollte auf alle Fälle darüber reden“, hält er eine Diskussion mit allen Betroffenen für sinnvoll, denn es habe sich durch die erzwungene Verbannung des motorisierten Verkehrs gezeigt, dass sich Autofahrer darauf einstellen können und Alternativen für die Fahrt von Lauterach nach Lustenau und umgekehrt finden.

Natürlich will Natter die zusätzlichen Stauprobleme vor allem in den Spitzen des Berufsverkehrs am Morgen und Abend nicht kleinreden, sieht aber durchaus Potenzial, dieser wachsenden Stauerscheinungen gegenzusteuern. Ähnlich sieht es sein Lauteracher Kollege Elmar Rhomberg, der zur Stauverringerung vor allem auf das Schweizergleis, das in den kommenden Monaten Schritt für Schritt aktiviert wird, setzt. „Schneller als die Bahn kommt dann kein Autofahrer von Lauterach nach Lustenau oder umgekehrt und wenn die modernisierten Haltestellen in Lustenau und Lauterach optimal mit den jeweiligen Buslinien vernetzt sind, ist das für Berufspendler zwischen Lustenau/Rheindelta einerseits und Hofsteig andererseits ein attraktives Angebot zum Umsteigen auf Öffis und damit zur spürbaren Verringerung des motorisierten Verkehrs durch das Ried.“

Temporär autofrei?

Damit wäre zwar der motorisierte Verkehr verringert, das Problem der Sicherheit für Radfahrer auf der Senderstraße aber keineswegs gelöst. Hier sieht Natter einen Lösungsansatz in zeitlich begrenzten Sperren. „So wie beim Rad-Ried-Tag könnte man die Straßen im Ried etwa am Sonntag sperren. Dann sind keine Berufspendler unterwegs und es wäre eine Überlegung wert, dann das Ried für die Radler zu reservieren“, stellt er zur Diskussion. STP

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