Couch-Colombo der Kabarettszene

Vorarlberg / 22.10.2021 • 15:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Manuel Rubey bekannte sich im Theater am Saumarkt als prokrastinierender Philosoph.<span class="copyright"> Heilmann</span>
Manuel Rubey bekannte sich im Theater am Saumarkt als prokrastinierender Philosoph. Heilmann

Manuel Rubey zeigt im Theater am Saumarkt selbstironisches Scheitern und politische Pointen.

feldkirch Im ausverkauften Theater am Saumarkt gastierte Manuel Rubey mit seinem Kabarettprogramm Goldfisch, das vom Dauerbrenner Digitalisierung bis zum Elternsein in der Pandemie auch allerlei politische Themen aufs Korn nahm.

Vom Geständnis der Aufschieberitis im Alltag bis zur analytischen Auseinandersetzung mit der Aufmerksamkeitsspanne des Menschen, welche inzwischen unter jene des Goldfischs gesunken sei, bekennt sich Rubey als prokrastinierender Philosoph, der uns dazu aufruft, den wichtigen Dingen des Lebens ausreichend Zeit einzuräumen. „Gott müsste die Welt heute in 20 Minuten erschaffen, und das geliebte Italien sähe nicht aus wie ein eleganter Stiefel, sondern wie ein platter FlipFlop.“

Zum Publikum gehörten auch Martha Stuttler-Hartmann, Veronika Ess und Daniela Summer.
Zum Publikum gehörten auch Martha Stuttler-Hartmann, Veronika Ess und Daniela Summer.

Wo er sich in vier Jahren sehe? „Am selben Ort, mit neuer Couch“, erklärt der Couch-Potato mit Inspektor Colombo als Vorbild, der sich in der digitalen Welt lieber Merkzettel und Listen mit Fragen macht. „Kann man, wenn man von der Arbeit träumt, Überstunden machen? Werden Katholiken beim Demonstrieren Protestanten?“, fragt er sich mit Mikrofon im Lichtkegel stehend.

Sandra und Martin waren aus Übersaxen zum Kabarettabend ins Theater am Saumarkt gekommen.
Sandra und Martin waren aus Übersaxen zum Kabarettabend ins Theater am Saumarkt gekommen.

Trendsetter im Trenchcoat

Manchmal mimt Rubey einen aus der Zeit gefallenen Mann, dann ist er wieder ein Trendsetter im Trenchcoat. Schließlich sei ja er es, der mit den Kauf des „Never mind“-Albums von Nirvana den Grunge nach Österreich gebracht habe. Auch habe ihm der Friedhofsgärtner von Seattle mitgeteilt, dass er „während des MTV-Unplugged-Konzerts von Andreas Gabalier aus dem Grab von Kurt Cobain einen zweiten Schuss gehört habe“.

Sein großes Vorbild ist Inspektor Colombo.
Sein großes Vorbild ist Inspektor Colombo.

Neben allerlei philosophischen Lachsalven kommen auch aktuelle Bezüge nicht zu kurz. Österreichische Politiker hätten mit dem Speichellecken einen sechsten Sinn entwickelt. Als Ironie der Stunde habe man entdeckt, dass sich das Coronavirus übers Kinn verbreite, und somit der Mund-Nasen-Schutz doch von allen korrekt getragen worden sei. HE

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