Dornbirner Pilot (51) starb bei Aufprall gegen Felswand

Vorarlberg / 11.11.2021 • 15:26 Uhr
Dornbirner Pilot (51) starb bei Aufprall gegen Felswand
R. VlachDie Einsatzkräfte der Feuerwehr bei den Löscharbeiten an der Absturzstelle.

War Nebel die Ursache? Rätsel um tödlichen Flugunfall beim Hohenemser Steinbruch Unterklien.

dornbirn, Hohenems Donnerstag, 7.48 Uhr am Flugplatz Hohenems: Ein 51-jähriger Dornbirner, er hat Familie, meldet sich beim Tower zu einem Geschäftsflug mit dem Zielflughafen Memmingen im Allgäu an. Er sitzt allein im Cockpit eines Sportflugzeugs, der privaten Cessna P210N einer internationalen Haltergemeinschaft. Der 51-jährige hebt, wie bei dieser Route üblich, in Richtung Dornbirn ab. Doch dann macht er sonderbarerweise plötzlich eine Kurve in Richtung Breitenberg.  Es herrscht Nebel.

Knall und Funken

Nur kurz nach dem Start nehmen Arbeiter der Firmen Rhomberg und Blum beim nahegelegenen Steinbruch Unterklien am Grenzgebiet zwischen Dornbirn und Hohenems einen Knall und Funken wahr. Unmittelbar vorher war ihnen aufgefallen, dass ein Propellerflugzeug recht niedrig in Richtung der Felswand am Breitenberg flog.

Wenige Minuten später ist klar, dass sich hier ein Flugunfall ereignete. Die Cessna war gegen die Felswand gekracht. Sofort wird eine Alarmkette ausgelöst. Polizei, Feuerwehr und Bergrettung rücken zum Steinbruch an und errichten eine Einsatzzentrale. Trotz des Nebels ist der Unglücksort rasch ausgemacht. Dank Drohnen und Wärmebildkamera. Zur Absturzstelle führt nur ein schmaler Weg. Die Einsatzkräfte rücken unter schwierigen Bedingungen im unwegsamen Gelände an, sie müssen sich zum Teil abseilen.

Brennende Wrackteile

An der Absturzstelle selbst stoßen sie auf verstreute brennende Wrackteile. Inmitten von ihnen wird der tödlich verletzte Pilot aufgefunden. Die Feuerwehrleute beginnen mit den Ablöscharbeiten.

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Inzwischen sind auch Spurensicherer des Landeskriminalamtes vor Ort eingetroffen. Es gilt, die Absturzursache zu ermitteln. Dafür benötigt die zuständige Stelle für Flugunfalluntersuchungen in Wien jedes aufgefundene Wrackteil. Aufschlussreiche Ergebnisse können hier erfahrungsgemäß unter Umständen Monate, wenn nicht Jahre auf sich warten lassen.

„Habe noch kurz zuvor mit ihm gesprochen“

Donnerstagvormittag im Tower am Flugplatz Hohenems: Draußen herrscht Nebel. Die Stimmung ist gedrückt. Betriebsleiter Georg Fessler zu den VN: „Ich bin schockiert.“ Der kannte den verunglückten Piloten. Der 51-jährige Dornbirner galt als sehr flugerfahren, von mindestens 600 absolvierten Flugstunden war die Rede. Ich habe noch kurz vor dem Start mit ihm gesprochen“, sagt Fessler zutiefst betroffen, „unter anderem auch über die herrschenden Wetterbedingungen.“

Dornbirner Pilot (51) starb bei Aufprall gegen Felswand
Der Flugplatz Hohenems am Donnerstagvormittag: Teilweise herrschte dichter Nebel. VN/gs

Start zu Geschäftsflug

Bei diesen Witterungsverhältnissen sind Flugbewegungen hier am Platz gleich null. Um 7.48 Uhr, als der Dornbirner startete, hätten sich die Sichtbedingungen unter der geschlossenen Nebeldecke von Minute zu Minute geändert.

Der Pilot wollte mit der privaten Cessna angeblich zu einem Geschäftsflug nach Memmingen aufbrechen, so der diensthabende Controller. Nur kurz darauf dann die Tragödie. „Da bekommt man hier alles mit“, sagt Fessler. Das Unglück ist ihm sichtlich unbegreiflich. Über eine mögliche Ursache, die zum Aufprall des Flugzeugs an der Felswand führten, möchte er sich nicht äußern. Denn wenn dem erfahrenen Betriebsleiter etwas zuwider ist, dann sind es Spekulationen. Mehr gäbe es dazu nicht zu sagen.