Liebeszauber im Advent. Eine Adventgeschichte in 25 Kapiteln von Heide Flatschacher (Teil 14/25 – gekürzte Fassung)

Schon lange nicht mehr fühlte sich Daniel so wohl. Pünktlich um sechs holten er und Felix Sarah und Jonas ab. Dann fuhren sie zum Haus seiner Schwester, die schon an der Türe wartete und sie überschwänglich begrüßte: „Kommt herein und fühlt euch wie zu Hause.“
Sarah machte zu Beginn einen etwas angespannten Eindruck auf Daniel. Er blieb dicht neben ihr stehen, während er eine lockere Unterhaltung mit seinem Schwager begann.
Silvia führte unterdessen Felix und Jonas ins Wohnzimmer und stellt Letzterem Caro und Lisa vor – zwei Labradormischlinge, die auf einer Decke auf der Couch saßen und ihnen erwartungsvoll entgegenblickten.
Daniel genoss das Essen. Sie unterhielten sich blendend, und Silvia und Nikolas taten alles, damit ihre Gäste sich wohlfühlten.
Nach dem Essen fragte Silvia: „Sarah, würde es dir etwas ausmachen, mir kurz in der Küche zu helfen?“
„Ganz und gar nicht!“ Sarah nahm die leere Platte vom Tisch und folgte Silvia aus dem Esszimmer.
„Whisky?“ Nikolas füllte zwei Gläser und reichte eines davon Daniel. Dieser sah seinen Schwager belustigt an: „Einen Cent für deine Gedanken!“ Nikolas grinste: „Die kann ich dir sagen! Ich denke, du hast eine wunderbare Frau an deiner Seite. Sie ist taff, lustig, hübsch. Und was denkst du?“
„Ich denke, dass ich die wunderbarste Frau der Welt kennengelernt habe. Und ich denke, dass Marga damit einverstanden wäre. Außerdem denke ich, dass dieser Whisky verdammt gut ist, Schwager. Hast du eine Zigarre dazu?“ Nikolas lächelte und klopfte Daniel freundschaftlich auf die Schulter: „Also genug ausgefragt, willst du mir damit sagen – ich habe verstanden.“
In der Küche begann Silvia, den Spüler einzuräumen und bot Sarah einen Barhocker an. „Du denkst doch nicht, dass du mir helfen sollst, oder? Ich bin einfach neugierig, das ist alles.“
„Eigentlich ist alles schnell erzählt. Den Beginn der Geschichte kennst du ja wahrscheinlich. Luis und ich sind weggezogen. Er hat mich betrogen, ich bin wieder zurückgekommen und betreibe mit meiner Freundin Ella eine kleine Bäckerei in der Innenstadt, direkt beim Brunnen am Marktplatz. Wir backen neben Brot auch Vorarlberger Spezialitäten und versuchen uns recht erfolgreich in der Schokoladenherstellung.“
„Ich finde es sehr schön, dass du wieder hier bist, und auch dass Daniel und du euch so blendend versteht. Ihr seid gut füreinander.“ Aus einem Impuls heraus umarmte sie Sarah. „Komm, wir schauen, was unsere Männer machen.“
Silvia nahm Sarah am Arm und führte sie zurück ins Esszimmer, wo sie auf Daniel und Nikolas trafen, die gerade von der Veranda hereinkamen. Beim Abschied drückte Nikolas herzlich Sarahs Hände und Silvia umarmte sie. „Schaut bald wieder vorbei, es hat uns sehr gefreut. Es war ein wunderbarer Abend!“ Daniel und legte den Arm um Sarahs Schultern. „Bis bald.“ Jonas rannte voraus zum Auto und öffnete die Tür. „Bitte, meine Herrschaften, vorne einzusteigen!