Feuerwehrauto 2373 Kilometer auf dem Weg

Vorarlberg / 14.12.2021 • 17:00 Uhr
Vor der Abfahrt nach Moldawien: Markus Schupp, Kommandant Hubert Schreilechner, Bürgermeister Andres Kresser und Lukas Schupp.<span class="copyright">chf/3</span>
Vor der Abfahrt nach Moldawien: Markus Schupp, Kommandant Hubert Schreilechner, Bürgermeister Andres Kresser und Lukas Schupp.chf/3

Hörbranzer bringen gespendetes Feuerwehrauto nach Moldawien.

Hörbranz Seit 2013 werden Feuerwehrfahrzeuge, die in Vorarlberg ausgemustert werden müssen, vom Verein „Structure Projects Network. We help.“ in die Republik Moldau überstellt. In den ländlichen Regionen gibt es keine oder nur sehr bescheiden ausgestattete Feuerwehren, daher ist eines der Ziele des Vereins, diese aufzubauen.

Löschfahrzeug gespendet

Im Jahr 2019 musste die Feuerwehr Hörbranz ein Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung (LFB) ausmustern. Dieses wurde von der Hörbranzer Gemeindevertretung dem Verein für die Moldawienhilfe zur Verfügung gestellt. Bei den Vorbereitungen für die Fahrzeugüberstellung wurde Einsatzbekleidung eingepackt, die Beladung der Fahrzeuge komplettiert und organisatorische Vorbereitungen für die Reise getroffen.

Eine lange Reise

Nach den letzten Vorbereitungen fand in Rankweil eine kleine Abschiedsfeier im Beisein von Bürgermeister Andreas Kresser und Kommandant Hubert Schreilechner aus Hörbranz statt. An einem Freitagmorgen um 4.30 Uhr ging es los. Die erste Etappe führte den Konvoi mit insgesamt zwölf Feuerwehrfahrzeugen aus ganz Vorarlberg nach Eisenstadt. Am zweiten Tag wurde Ungarn durchquert und das Etappenziel Hosman in Rumänien angefahren.

Besuch bei Pater Georg Sporschill

Dort fand ein Treffen mit Pater Georg Sporschill statt, der mit den Feuerwehrmännern die Sonntagsmesse feierte und beim gemeinsamen Frühschoppen aus seinem Leben erzählte. Auch Projekte des Vereins „Elijah“ wurden besichtigt. Der Verein kümmert sich um Roma-Kinder und ihre Familien im rumänischen Siebenbürgen in Form von Kinderbetreuungen, Musikschulen und den Aufbau sozialer Strukturen. Die dritte Etappe führte am Montag nach Moldawien in die Gemeinde Svetlîi. Nach 2373 Kilometern erreichten alle Fahrzeuge ohne Panne ihr Ziel. Von hier aus wurden die Feuerwehrautos in die verschiedenen Gemeinden verteilt.

Neue freiwillige Feuerwehr

Svetlîi ist eine Gemeinde mit 2000 Einwohnern im Süden Moldawiens, umgeben von riesigen landwirtschaftlichen Flächen. Die Bevölkerung muss sich zum größten Teil selbst versorgen. Bisher bestand die örtliche Feuerwehr aus vier hauptamtlichen Personen, denen allerdings keine Einsatzbekleidung zur Verfügung stand und die mit einem Fahrzeug Baujahr 1977 ihre Einsätze bewältigten mussten.

Dank an Hörbranz

Am ersten Tag in Svetlîi wurden die Feuerwehrmänner aus Vorarlberg mit einer kleinen Willkommensfeier herzlichst empfangen. Anschließend wurden die hauptamtlichen und die neu rekrutierten freiwilligen Kameraden eingekleidet. „Diese hatten ein Strahlen in den Augen und man spürte, hier das Richtige zu tun“, so Lukas und Markus Schupp von der Ortsfeuerwehr Hörbranz.

An den nächsten Tagen erfolgte die Einschulung. Bei einer Übergabefeier im Beisein des Organisationsteams bedankte sich Bürgermeister Paul bei der Marktgemeinde und der gesamten Bevölkerung von Hörbranz herzlich für die Unterstützung seiner Gemeinde. Für die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Hörbranz, die selbst oft mit diesem Fahrzeug in den Einsatz gefahren sind, war es schön zu sehen, dass das Löschfahrzeug nun in gute Hände gekommen ist und in Svetlîi zum Wohl der Bevölkerung seinen Dienst verrichten kann. Sehr emotional war der Moment, als am Tag der Abreise Bürgermeister Paul voller Freude vom ersten erfolgreichen Einsatz in der Nacht mit den neuen Fahrzeugen berichten konnte. chf

Einschulung der neuen Feuerwehr von Svetlîi.
Einschulung der neuen Feuerwehr von Svetlîi.
Schlüsselübergabe des Löschfahrzeugs.
Schlüsselübergabe des Löschfahrzeugs.