Wie gefährlich sind Corona-Leugner wirklich?

Vorarlberg / 04.01.2022 • 05:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie gefährlich sind Corona-Leugner wirklich?
Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Bregenz. VN/Paulitsch

Vorarlberger Polizeisprecherin Susanne Dilp: „Es kann nichts ausgeschlossen werden.”

Bregenz „Die Szene der Corona-Leugner ist derzeit die größte Bedrohung für die Sicherheit“, sagte kürzlich der österreichische Verfassungsschutzchef Omar Haijawi-Pircher. Es gab Todesdrohungen gegen die Bundesregierung, auch gegen Mitglieder der Vorarlberger Landesregierung sind Drohungen bekannt geworden. Ärzte werden von Impfgegnern beschimpft. Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich zu Gewalt kommt?

Kontakt mit Betroffenen

Von den VN mit dieser Frage konfrontiert, antwortet Susanne Dilp, Sprecherin der Vorarlberger Landespolizeidirektion: „Es kann natürlich nichts ausgeschlossen werden. Bis dato kam es jedoch zu keinen Vorfällen. Die Polizei ist in engem Kontakt mit Betroffenen.“

Immer wieder wird der Anschein erweckt, dass sich bei den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen spezielle Gruppierungen einfinden. Unter anderem auch aus rechtsextremen Kreisen. Die Polizeisprecherin meint dazu: „Obwohl sich die Bewegung in Vorarlberg bis dato in einer moderaten Weise ohne Ansätze von Extremismus oder Radikalismus gezeigt hat, kann aktuell in den einschlägigen Chatrooms diverser sozialer Nachrichtendienste eine durchwegs rauere Ausdrucksweise mit unterschwelligen Drohungen festgestellt werden.“

Wie gefährlich sind Corona-Leugner wirklich?
Polizeisprecherin Susanne Dilp: “Unterwanderung durch rechtsextremistische Gruppierungen in Vorarlberg nicht feststellbar.” VN/GS

Vereinzelt polizeiliche Ermittlungen

Vereinzelt werde wegen konkreter Drohungen polizeilich ermittelt, sagt Dilp. Im Bezirk Feldkirch sei es zu einer Serie von sechs Sachbeschädigungen an Gebäuden gekommen, die Impfgegnern zugerechnet werden können. Eine Unterwanderung der Versammlungen durch rechtsextremistische Gruppierungen sei in Vorarlberg aber nicht feststellbar.

„Die Versammlungen in Vorarlberg wurden bisher nicht zur Verbreitung von Ideologien genutzt, die nicht dem jeweiligen Versammlungsthema zuzuordnen sind. Die Entwicklungen werden von der Polizei aber natürlich weiter beobachtet“, so die Polizeisprecherin.

Im Vorjahr sind bei Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in Österreich mehr als 380 Personen festgenommen worden, lautet die jüngste Bilanz des Innenministeriums. Eine Aufschlüsselung nach Bundesländern liege allerdings nicht vor, hieß es auf Anfrage der VN.  VN-ram/gs

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