Graubünden: Durchseuchung nicht mehr aufzuhalten

Vorarlberg / 10.01.2022 • 21:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Graubünden: Durchseuchung nicht mehr aufzuhalten
Reuters

In Graubünden muss das regelmäßige Testen auf sensible Bereiche beschränkt werden.

SCHWARZACH Überall in der Bodenseeregion und darüber hinaus sorgt die Virusvariante Omikron für steigende Infektionszahlen. Nirgends aber tut sie das so sehr wie im eidgenössischen Kanton Graubünden. Gestern belief sich die Inzidenz bestätigter Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche ebendort bereits auf knapp 3500. Zum Vergleich: In Vorarlberg handelte es sich um 624. Bisheriger Höchstwert im Land ist 1356.

In Graubünden sind die Laborkapazitäten nunmehr ausgereizt. Vom Corona-Test bis zur Übermittlung des Ergebnisses vergehen mehr als 48 Stunden. Das ist zu viel. „Das führt dazu, dass Infektionsketten nicht mehr innert nützlicher Frist unterbrochen werden können“, so der Kanton in einer Medienmitteilung. „Die Durchseuchung lässt sich so nicht mehr aufhalten.“

Graubünden: Durchseuchung nicht mehr aufzuhalten

Rund fünf Prozent der Bündner Bevölkerung befinden sich derzeit in Quarantäne oder Isolation. Anders ausgedrückt: Jeder Zwanzigste muss zu Hause bleiben, darf nicht zur Schule oder in die Arbeit fahren, geschweige denn Leute treffen.
Im Kanton werden künftig nur noch in sensiblen Bereichen regelmäßige Testungen durchgeführt: in Gesundheits- und Betreuungseinrichtungen, in den Kindergärten sowie in der ersten und zweiten Primarklasse (Volksschule). Das entspricht einer Empfehlung des eidgenössischen Bundesamts für Gesundheit.
„Nach wie vor schützt die Impfung sehr gut vor schweren Krankheitsverläufen“, ist man in Graubünden überzeugt. Bemerkenswert ist, dass die Zahl der Spitalspatienten bisher kaum gestiegen ist.

In Liechtenstein, wo die Inzidenz bestätigter Infektionen 1224 beträgt, hat man indes aufgehört, Omikron-Fälle auszuweisen. Sie haben sich seit Jahresbeginn vervierfacht und die Variante ist nunmehr dominant. Sehr wohl aber setzt man im Fürstentum nach wie vor auf regelmäßiges Testen in Betrieben. Das sei ein wichtiges Instrument zur Pandemiebekämpfung.

Auf einem ganz anderen Niveau bewegt sich das Infektionsgeschehen in süddeutschen Landkreisen; auf einem vergleichsweise niedrigen nämlich. Im Oberallgäu beträgt die Inzidenz 314. Auch hier ist sie im Laufe einer Woche aber um zwei Drittel gestiegen.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.