Warum das Reden bei der Matura den Schülern gar nicht schmeckt

Vorarlberg / 13.01.2022 • 04:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Warum das Reden bei der Matura den Schülern gar nicht schmeckt
Die mündliche Prüfung ist gewöhnlich Höhepunkt und Abschluss einer Reifeprüfung. Wegen Corona wollen die Schülervertreter diese jedoch auch heuer nicht. VN-Symbolfoto/Sa

Bildungsminister Martin Polaschek will die mündliche Matura wieder im Programm haben.

Wien, Bregenz Bildungsminister Martin Polaschek (56, ÖVP) hat seinen Plan für die diesjährige Matura präsentiert. Dieser unterscheidet sich zum letztjährigen unter seinem Vorgänger Heinz Fassmann vor allem in einem Punkt : Es wird wieder einen verpflichtenden mündlichen Teil der Reifeprüfung geben. Auch wenn die Anzahl der Themenbereiche deutlich eingeschränkt werden soll. Im Vorjahr waren mündliche Prüfungen noch optional.

Nur mit 3G zur Matura

Weitere Eckpunkte der Matura 2022: Die Arbeitszeit wird wieder um eine Stunde verlängert, die Einreichdeadline der vorwissenschaftlichen Arbeit an den AHS ist am Ende der dritten Woche nach den Semesterferien, die Jahresnote wird wieder in die Maturanote einbezogen. Ab der vorletzten Unterrichtswoche der Maturaklasse soll zur Vorbereitung auf die Reifeprüfung Ergänzungsunterricht angeboten werden.

Pandemiespezifisch gilt: In den beiden Wochen vor der schriftlichen Prüfung gibt es im Ergänzungsunterricht eine Sicherheitsphase. Alle Kandidatinnen und Kandidaten müssen in dieser Zeit drei Coronatests, davon zwei PCR-Tests absolvieren. In der letzten Woche vor der mündlichen Matura kann die Schulleitung den Ergänzungsunterricht als Distance-Learning verordnen. Bei der Matura darf nur antreten, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Wer sich trotzdem zum Termin infiziert, der darf einen Ersatzprüfungstermin in Anspruch nehmen.

Belastete Schüler

Die beiden Landesschulsprecherinnen von AHS und BHS können mit den meisten der Maturaregeln leben, nur mit einer nicht: der verpflichtenden mündlichen Prüfung. “Im Sinne der psychischen und mentalen Gesundheit der Kandidatinnen und Kandidaten muss die mündliche Matura freiwillig bleiben”, fordert AHS-Landesschulsprecherin Lina Feurstein. “Die Schülerumfrage hat gezeigt, wie belastet viele Schülerinnen und Schüler durch die Coronaumstände sind. Da muss man auf die mündliche Prüfung verzichten. Wir haben in den letzten Jahren zu viel Stoff versäumt. Auch muss man die weiter bestehende Unsicherheit berücksichtigen. Vor Schulschließungen sind wir immer noch nicht sicher.”

“Die Schülerumfrage hat gezeigt, wie belastet viele Schülerinnen und Schüler durch die Coronaumstände sind.”

Lina Feurstein, AHS-Landesschulsprecherin

Warnstreiks angekündigt

Auch Kollegin Anne Urbanek, Vertreterin der BHS-SchülerInnen, kritisiert die geplante Durchführung der mündlichen Reifeprüfung heftig. “Wir sind der Jahrgang, dem man trotz zweier Jahre Corona wohl die geringsten Erleichterungen gewährt”, meint die Schülerin der Wirtschaftsschulen Bezau. Urbanek verlangt zudem Stoffreduktionen auch bei der schriftlichen Reifeprüfung. Als Mitglied der Aktion Kritischer SchülerInnen kündigt sie für kommende Woche Warnstreiks der Schüler wegen der mündlichen Matura an.

Anne Urbanek, Landesschulsprecherin der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen kündigt einen Schülerstreik an. <span class="copyright">Vorarlberg Live</span>
Anne Urbanek, Landesschulsprecherin der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen kündigt einen Schülerstreik an. Vorarlberg Live

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