Alle warten auf eine ­Ansage zur Grünzone

Vorarlberg / 14.01.2022 • 21:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Es braucht eine eindeutige Willensbildung in der Gemeinde.“
Es braucht eine eindeutige Willensbildung in der Gemeinde.“

Gemeinde Ludesch und Land spielen sich Ball gegenseitig zu.

Schwarzach Die Zukunft des Neuguts in Ludesch bleibt vorerst ungewiss. Bürgermeister Martin Schanung wartet weiterhin auf eine klare Ansage des Landes, ob 6,5 Hektar der Landesgrünzone umgewidmet werden können. Die Landesregierung spielt den Ball zurück. Sie wartet auf eine eindeutige Willensbildung der Gemeinde. Erst dann könne das Verfahren über eine Herausnahme von Flächen aus der Landesgrünzone durchgeführt oder fortgesetzt werden, lässt der zuständige Landesrat Marco Tittler auf VN-Anfrage wissen.

Die Initiative Ludesch will ohnehin nichts davon wissen. Das Neugut solle als Grünzone belassen werden. Alles andere würde dem Ergebnis der Volksabstimmung widersprechen.

Zwei Optionen

Kurzer Rückblick: Die Pläne für die Betriebserweiterung der Firmen Rauch und Ball in Ludesch führten trotz eines Beschlusses der Gemeindevertreter zu einer Volksabstimmung. Die Bürgerinnen und Bürger wurden dabei gefragt, ob im Neugut liegende Grundstücke Freiflächen für die Landwirtschaft bleiben sollen. Am 10. November 2019 stimmten 982 Ludescher dafür und 763 dagegen. Knapp ein Jahr später hob der Verfassungsgerichtshof die Abstimmung auf. Am politischen Gewicht des Ergebnisses ändere sich dadurch nichts, sind Christine Mackowitz und Christoph Aigner von der Initiative Ludesch überzeugt. Verwaltungswissenschafter Manfred Walser zeigt hingegen zwei Möglichkeiten auf, wie es mit der umstrittenen Fläche weitergehen könnte. Zum einen wäre denkbar, abzuwarten und ein paar Jahre später über eine Nutzung zu entscheiden. Zum anderen könnte ein neues Projekt für die Fläche entwickelt werden, heißt es in dem von der Gemeinde beauftragten Bericht. Schanung verrät nicht, was ihm lieber wäre. Darum gehe es nicht: „Am Ende des Tages muss das Land entscheiden, was man als Gemeinde machen kann. Wenn nichts in die Richtung passiert und keine klare Ansage kommt, ist das Ganze ad acta zu legen.“

Insgesamt geht es um 6,5 Hektar, wie der Bürgermeister erklärt. Sie sollen zum Teil für eine Erweiterung der angrenzenden Betriebe genutzt werden. Die Firma Rauch müsste die Ursprungspläne optimieren. Daneben hätten zwei weitere Betriebe bereits Interesse bekundet. „Wir sind daran, Alternativen zu finden.“ Sollte es doch noch zu einer Umwidmung kommen, bleibe man sicher nicht darauf sitzen. 

Warnung vor Dammbruch

Die Initiative Ludesch fordert, die demokratische Entscheidung zu respektieren und das Neugut unangetastet zu lassen. Sie warnen vor einem Dammbruch im Umgang mit der Landesgrünzone, sollten die Flächen doch noch für den kommunalen Bedarf an Gewerbeflächen herausgenommen werden.

„Wir warten noch auf eine Antwort vonseiten des Landes. Je schneller sie kommt, umso eher kann man das ganze zu Ende bringen.“

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