PCR-Tests: vom Marathon zum Sprint

Vorarlberg / 27.01.2022 • 21:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schnelle Informationen gibt es auch per Smartphone. 
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Neue Technologie ermöglicht in einigen Apotheken des Landes schnelle Analytik.

HÖCHST „Point of Care“ nennt sich die Formel zum schnellstmöglichen Erhalt eines PCR-Testergebnisses. Jürgen Rehak, Apotheker in Höchst und Standesvertreter der Vorarlberger und österreichischen Apotheker, besitzt die zur raschen Testauswertung notwendige Ausrüstung. Deren Anwendung sorgt für eine lückenlose Analyse der im Testzelt vor der Apotheke gezogenen Proben. Bereits in zwei Stunden kann der Kunde das Testergebnis erhalten.

Die „Verheiratung“

„Mit dem jetzt zur Verfügung stehenden Gerät können wir 16 Proben auf einmal auswerten. Bald werden wir eine größere Vorrichtung bekommen, die dann die Bewerkstelligung von 96 Proben auf einmal ermöglicht“, erzählt Rehak.

Die Laboreinrichtung hat der Pharmazeut in einem extra dafür eingerichteten Raum im obersten Stock untergebracht. Gerade bringt er die in der Früh verwendeten 16 Röhrchen mit der Gurgelflüssigkeit nach oben. Dort werden diese zuerst mit einem speziellen Scangerät registriert und zugeordnet. „Sie werden mit dem Gerät verheiratet“, nennt das Rehak scherzhaft. Es muss dies alles sehr zügig gehen. „Denn die Proben dürfen nur circa eine halbe Stunde draußen herumstehen“, betont der Apotheker. Nun folgt der wichtigste Akt des Prozederes. Aus dem Kühlschrank holt Rehak einen tiefgekühlten Block. In dessen gleichförmig dimensionierte Löcher werden Röhrchen mit den sogenannten Mastermixlösungen gesteckt. „Diese Flüssigkeit ist das Herzstück für die Testauswertung, eine hochtechnologische Substanz“, erklärt Rehak. Den einzelnen Röhrchen wird ein Tropfen der Probenflüssigkeit beigemengt.

Die einzelnen Teströhrchen werden nun erneut zugeordnet eingescannt und in das zentrale epidemiologische Meldesystem (EMS) eingespeist. „Das Ergebnis erhält der Kunde in wenigen Stunden“, weist Rehak auf das Finale der raschen Abwicklung hin.

Chemie aus Österreich

Die Tests sind für die Kunden gratis, sofern sie sich diesen zu den vorgesehenen Zeiten unterziehen. Einzeltests außerhalb der „Block­abfertigung“ kosten jedoch 79 Euro. Während die Hardware der Testausrüstung aus China stammt, kommt die Chemie zur Analytik aus Österreich.

9000 bis 25.000 Euro

Das Testequipment kostet mit der kleinen Kapazität 9000 Euro, mit der großen 25.000 Euro. Die neue Technologie zur Testanalytik gelangt laut Rehak nicht nur in fünf Vorarlberger Apotheken zur Anwendung, sondern auch in einigen Arztpraxen.

Gebraucht werden soll das Testset auch nach Corona. „Es bietet sich bei verschiedensten Krankheiten an. Wohl wird es aber nicht mehr so intensiv genutzt werden wie in der Pandemie“, sagt Rehak.

Klarerweise kommt auch der Dokumentation eine hohe Bedeutung zu. Jürgen Rehak ist voll konzentriert.  VN/Steurer
Klarerweise kommt auch der Dokumentation eine hohe Bedeutung zu. Jürgen Rehak ist voll konzentriert.  VN/Steurer
Laborarbeit ist Präzisionsarbeit. Jeder Handgriff muss sitzen, die Tests sollen einwandfreie Ergebnisse liefern.
Laborarbeit ist Präzisionsarbeit. Jeder Handgriff muss sitzen, die Tests sollen einwandfreie Ergebnisse liefern.
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