Motivation für den Laufsport

Der ULC Bludenz führt das ganze Jahr über ein Lauftraining mit Jugendlichen durch.
BLUDENZ Dienstagabend, 18 Uhr: Es ist bereits dunkel, ein eisiger Wind bläst, die Schneeflocken werden zu Eiskristallen, die sich im Gesicht wie feine Nadelstiche anfühlen. Dennoch findet beim Sportplatz Unterstein in Bludenz ein fröhliches Zusammentreffen von Jugendlichen in Sportkleidung statt. Wöchentlich wird hier vom ULC Bludenz ein Lauftraining für Jugendliche durchgeführt. Derzeit sind es acht Läufer, die teilnehmen. Am vergangenen Dienstag hatten sich zwei Jugendliche wegen Krankheit entschuldigt. „Die Kinder müssen sich bis spätestens eine Stunde vor Trainingsbeginn abmelden, wenn sie nicht teilnehmen können. Als Gründe gelten entweder Krankheit oder intensive Lernzeiten in der Schule, das geht natürlich vor. Ansonsten liegt uns viel daran, die Kinder zu einem regelmäßigen Training zu ermutigen“, erklärt Richard Föger, Obmann des ULC.
Eine Perspektive vermitteln
Die anwesenden Jugendlichen sind sichtlich motiviert. Niemand jammert über die Kälte, den Wind und den Schneefall. Zuerst werden von den Betreuern Julia Hirzinger, Michael Anselm und Richard Föger gewissenhaft die Ninja-Pässe zum Corona-Status kontrolliert: „Wir haben klar einen Vorteil dadurch, dass das Laufen im Freien stattfindet. Für uns ist nicht nur der Faktor Laufen entscheidend, sondern wir wollen – wie bei jeder anderen Sportart – den Jugendlichen eine Perspektive vermitteln.“ Gerade in Zeiten von Corona bewegen sich Kinder und Jugendliche vielfach zu wenig. Der Laufsport ist einfach durchzuführen und benötigt nicht viel Material, doch: „Das richtige Laufen will gelernt sein.“ Richard Föger betont, beim Training mit Kindern und Jugendlichen werde immer auf die richtige Körperhaltung, das sogenannte Läuferdreieck, also der Winkel, in dem sich die Arme beim Laufen befinden, geachtet: „Dadurch wird auch die Laufökonomie geschult.“
Umfangreiches Programm
Vor dem Laufstart wird zudem kontrolliert, ob alle Teilnehmer ihre Mützen und Handschuhe dabeihaben. Dann geht es langsam los. Bei diesem Training wünschen sich die Kinder, tatsächlich im Schnee zu laufen: „Das kostet viel Kraft, denn das Laufen im Schnee ist besonders anstrengend.“ Obwohl die jungen Teilnehmer gleich lossprinten wollen, wird von den Betreuern Wert daraufgelegt, langsam zu starten: „Je kälter es ist, desto langsamer wird gelaufen.“ Und auch das richtige Atmen bei den eisigen Wetterbedingungen wird sorgsam erklärt: „Es soll durch die Nase eingeatmet und durch den Mund ausgeatmet werden. Dadurch wird die zugeführte Luft angefeuchtet und erwärmt.“ Und dann geht es mit dem Lauf-ABC los. Das sind sechs Übungen, die regelmäßig zu Beginn des Trainings durchgeführt werden. Dazu gehört etwa das „Anfersen“, hierbei werden die Füße bis zum Po hochgezogen. Übungen wie das Rückwärts- und Seitwärtslaufen gehören dazu. „Kinder sind unglaublich beweglich. Mit diesen Übungen kann die Beweglichkeit über lange Zeit erhalten bleiben.“
Spielerische Gestaltung
Die Laufstrecke führt zum Kloster St. Peter. Die Kinder sind motiviert. Vor allem weil alles, was sich auf der Strecke anbietet, in irgendeiner Form genutzt wird. So wird zum Beispiel mit Schneebällen gezielt auf einen Schneemann geschossen. „Wir integrieren immer wieder Elemente aus anderen Sportarten, um das Training abwechslungsreich zu gestalten.“ In einer Stunde werden rund sieben Kilometer bewältigt. „Wir sind permanent in Bewegung, sonst würde uns kalt werden. In den Schnee sitzen ist nicht erlaubt, da sind wir strikt.“ Gegen Trainingsende erfolgt die Cool-Down-Phase, bei der das Trainingstempo langsam heruntergefahren wird. Das Lauftraining wurde vor drei Jahren vom ULC in ein Kinder- und Jugendtraining aufgesplittet, damit die Teilnehmer altersgerecht am besten gefördert werden können. Ab März sind spezielle Einsteigerkurse für Jugendliche geplant. BI

Ich bin nun seit einem Dreivierteljahr beim Training dabei. Mir gefällt eigentlich alles, was wir hier so machen. Die Kälte macht mir nichts aus, denn wir sind ja immer in Bewegung. Ich freue mich auf jedes Training. Levi, 11 Jahre, Bludenz

Ich trainiere schon lange beim ULC und nehme auch an Wettkämpfen teil. Das Training ist sehr cool. Manchmal machen wir auch Spiele. Die Kälte macht mir nichts aus, denn ich trage ja Handschuhe und Kappe. Nino, 12 Jahre, Nüziders

An den Lauftrainings des ULC nehme ich schon lange teil. Ich komme immer gerne hierher, das Training ist abwechslungsreich. Der Schnee und der Wind machen mir nichts aus, wenn man rennt, dann wird es immer wärmer. Reyhan, 11 Jahre, Bings

Ich komme immer mit meiner Cousine zum Training. Mir gefällt es sehr. Es macht viel Spaß. Und wenn es kalt und windig ist,
wie heute, dann spüre ich das nicht lange. Beim Laufen wird mir schnell warm. Elezan, 12 Jahre, Bings