Aus dem Bezirksgericht: „Eigentor“ mit gefälschtem Covid-Test

Vorarlberg / 10.02.2022 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Aus dem Bezirksgericht: „Eigentor“ mit gefälschtem Covid-Test
Für den Besuch einer Corona-Teststation fand der Beschuldigte offenbar keine Zeit, für die Fälschung des Zertifikats jedoch schon. Symbol/VN

Leidenschaftlicher Hobbykicker fälschte fürs Training Testzertifikat. Doch sein Coach ist Polizist.

bregenz Verliebt, verlobt und (noch) nicht verheiratet: Der 26-jährige, wegen Datenfälschung am Bezirksgericht Bregenz angeklagte Hilfsarbeiter ist kurz davor, in den Hafen der Ehe zu schippern. Auf die Frage von Richter Christian Röthlin, ob er schon Sorgepflichten habe, erwidert der junge Mann: „Ich habe noch keine Kinder, meine Sorgepflichten gelten derzeit der Hochzeit.“

Tausend Euro Geldstrafe

Eine etwas andere Sorgepflicht – nämlich eine aufgebrummte Strafe in der Höhe von 1000 Euro zusammenzurappen – wird ihm bei der Urteilsverkündung am Schluss der Verhandlung aufgebürdet.

Doch zunächst die Vorgeschichte: Der Unterländer frönt leidenschaftlich gerne dem Sport mit dem runden Leder. Er ist passioniertes Mitglied des örtlichen Fußballvereins. Doch die Sache hat einen Haken. Angesichts der herrschenden Corona-Pandemie setzt die Teilnahme am Training ein negatives Covid-Testzertifikat voraus.

„Vor lauter Hochzeitsstress“ habe er jedoch keine Zeit zum Testen gefunden, argumentiert der Beschuldigte. Also besorgte er sich ein falsches Zertifikat, indem er sich auf irgendeine Weise ein richtiges aus dem Verein verschaffte, es kopierte und seine Personalien daruntersetzte.

Schlusspfiff

Ein „Foul“, mit dem er beim Fußballverein jedoch gründlich danebenschoss. Denn bei seinem Trainer handelt es sich ausgerechnet um einen Polizisten. Und da Exekutivbeamte vor Monaten gründlich vom Landeskriminalamt darin geschult wurden, derartige Falsifikate zu erkennen, erschallte vom Coach der Schlusspfiff für den Kicker. Er brachte ihn schlussendlich zur Anzeige.

Vor Gericht gibt sich der Verurteilte demütig und reuevoll. „Es tut mir leid“, beteuert er, „ich wusste nicht, dass es so weit kommen würde.“ Er akzeptiert die Strafe und verabschiedet sich mit den Worten „Ich entschuldige mich nochmals und wünsche einen schönen Tag“ aus dem Verhandlungssaal.