Sinnstiftendes Jahr bei der OJAD

Vorarlberg / 16.02.2022 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sam , Aysima und Marie (v.l.) engagieren sich in der Jugendarbeit. <span class="copyright">ERH</span>
Sam , Aysima und Marie (v.l.) engagieren sich in der Jugendarbeit. ERH

Sie engagieren sich, verjüngen das Team und bringen frische Ideen in die Offene Jugendarbeit Dornbirn.

Dornbirn Mit dem „Gap-Year“ befassen sich junge Menschen, die nach ihrem Schulabschluss die Lücke (englisch: gap) bis zur Wahl des Berufs oder Studiums sinnstiftend füllen möchten. „Viele von ihnen wollen ihren Horizont erweitern und während eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) oder durch den ESK-Freiwilligendienst (Europäischer Solidaritätskorps) Erfahrungen sammeln“, weiß Martina Nachbaur von der Offenen Jugendarbeit Dornbirn (OJAD). Nachbaur informiert, dass vom Praktikum in einem Verein in der eigenen Gemeinde bis hin zur Arbeit auf einer Farm in Kanada praktisch alles möglich ist. Sie betont auch, dass das freiwillige Engagement in vielen Bereichen der Gesellschaft eine oftmals unverzichtbare Rolle einnimmt.

Gerne mehr tun

„Neben dem ehrenamtlichen Engagement der Jugendlichen sind solche Projekte auch eine tolle Erfahrung, die das weitere Leben prägt. Die Dornbirner Jugendstudie zeigt auf, dass mehr als 50 Prozent der Jugendlichen ,gerne mehr tun‘ und freiwillig aktiv sind: unter anderem beim Freiwilligen Sozialen Jahr oder im Europäischen Freiwilligendienst“, berichtet Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. Gerade die Jugendarbeit gebe Einblick in Berufsrealitäten und eröffne gleichzeitig die Chance, Ideen einzubringen und umzusetzen.

Freiwillige berichten

Marie, 20, entschied sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr in ihrer Heimat Vorarlberg. Sie möchte durch die OJAD verschiedene Organisationen und Ausbildungsmöglichkeiten kennenlernen. Das Gap-Year versteht sie als Orientierungsjahr und hofft, dass es danach auch ein Türöffner sein wird. „Meine Erfahrung hier ist für den späteren Beruf bestimmt sehr wertvoll“, ist Marie überzeugt. Positive Aspekte für beide Seiten sieht Kurt Nachbaur, GF-Stellvertreter der OJAD: „Ein großer Teil der Freiwilligen arbeitet dann im sozialen Bereich. Oft kehren sie als Fachkraft zu uns zurück.“

Neugier auf die Arbeit im sozialen Bereich und der Wunsch, ein Jahr im Ausland zu verbringen, führten Sam über den ESK nach Dornbirn. Inzwischen ist der 24-jährige Luxemburger nicht nur Fan der hiesigen Bergwelt, er ist zum fixen Mitarbeiter in der OJAD geworden. Für gute Rahmenbedingungen ist Johanna Berktold besorgt: „Freiwillige sehen wir nicht als Hilfskräfte. Sie verjüngen unser Team, sorgen für frische Ideen und hinterfragen auch bestehende Strukturen“, zählt sie Vorteile auf.

Von Istanbul nach Dornbirn

Aysima, 23, ist aus der Türkei und seit Oktober 2021 als ESKlerin in der Offenen Jugendarbeit Dornbirn. In Istanbul studierte sie Soziale Arbeit. „Was mir an meiner Arbeit hier am besten gefällt? Es ist der Englischunterricht im Pflichtschulabschlusskurs Albatros“, ist die spontane Antwort. Außerdem finde sie die Arbeit im Jugendtreff Arena sehr spannend. „Die Offene Jugendarbeit Dornbirn ist für mich eine wirklich interessante Organisation, die es so vermutlich kein zweites Mal gibt“, meint Aysima. Weitere Informationen unter ojad.at. ERH

„Viele wollen während eines Freiwilligen Sozialen Jahres ihren Horizont erweitern.“

Das Trio bringt sich in die Dornbirner Jugendarbeit ein.
Das Trio bringt sich in die Dornbirner Jugendarbeit ein.