Peter Pfanner zur Ukraine: Jetzt herrscht Panik

Vorarlberg / 24.02.2022 • 12:05 Uhr
Peter Pfanner zur Ukraine: Jetzt herrscht Panik
Ukrainisches Militär in Kiew. Doch auch der Westen des Landes steht unter Raketenangriffe. PFanner Fruchtsaft, AFP/Daniel LEAL

Der Vorarlberger Fruchtsaftproduzent betreibt ein Werk im Westen der Ukraine. Der Kontakt ist nur schwer möglich.

Lauterach, Lemberg „Jetzt herrscht Panik“, beschreibt Peter Pfanner, Chef von Pfanner Fruchtsäfte, die Lage in westukrainischen Kleinstadt Bar, etwa 250 Kilometer von Kiew entfernt. Denn mit einem Angriff habe trotz angespannter Lage eigentlich niemand gerechnet. „Doch jetzt wurde auch Lemberg angegriffen, das ändert für die Menschen und unsere Mitarbeiter die Lage.”

Pfanner produziert in der Ukraine Fruchtsaftkonzentrat, ist aber auch ein großer Landwirtschaftsbetrieb, der Äpfel im Land verkauft. Im Sommer sind bis zu 1000 Menschen beschäftigt, derzeit habe man Glück, dass Winter ist und nur wenige Mitarbeiter im Betrieb sind, davon zwei Österreicher. „Die wollen aber derzeit nicht zurück, weil sie inzwischen in der Ukraine familiär gebunden sind“, berichtet Pfanner. 

Infrastruktur vor dem Kollaps

Das wäre auch schwer, denn die Infrastruktur steht laut Pfanner vor dem Kollaps. Vor den Tankstellen stehe man bis zu zwei Stunden und hoffe, dass es noch Treibstoff gibt, die Bankomaten sind geplündert und auch die Geschäfte für den täglichen Bedarf seien leergekauft, berichtet er nach telefonischem Kontakt mit seinen Mitarbeitern. Das Internet sei abgedreht, auch per Email funktioniere der Kontakt derzeit nicht.  

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Unsicherheit gibt es auch über die Zukunft des Betriebes: „Derzeit weiß ich nicht, ob uns der Betrieb auch in Zukunft noch gehören wird. Kommt es zu Beschlagnahmungen?“. Militärische Aktivitäten gebe es momentan in Bar nicht, obwohl eine Kaserne im Ort sei. „Die Lage ist ruhig, aber angespannt“. 

Was will Putin

Gerätselt werde, was Putin überhaupt will – will er nur in den befreundeten Regionen aktiv sein, oder hat er es auf die ganze Ukraine abgesehen. Derzeit jedenfalls tappe man wie der Großteil der ukrainischen Bevölkerung im Dunkeln. 

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