Was Wälder Leberkäse mit Olympia zu tun hat

Vorarlberg / 27.02.2022 • 17:20 Uhr
Unerkannt wollte der Fan bleiben, der mit Schoko-Medaillen gratulierte.
Unerkannt wollte der Fan bleiben, der mit Schoko-Medaillen gratulierte.

… und warum Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer ein Strolz-Experte geworden ist.

Warth Johannes Strolz hat den Vorarlberger Medaillenregen bei Olympia eröffnet, er war auch bei der letzten Goldenen dabei – nur beim Feiern in seiner Heimatgemeinde lässt er den anderen den Vortritt: Nach Alessandro Hämmerle und den Rodlern, die daheim längst gefeiert wurden, durfte sich auch Katharina Liensberger über einen begeisterten Empfang freuen.

Hannes macht es hingegen spannend, er will in den ausstehenden Rennen noch eine sportliche Mission erfüllen. Schon nach dem Kombi-Gold gab es in Warth erste Gespräche über einen Empfang für den Olympiasieger. Er selbst hatte noch aus Peking darum gebeten, den Empfang auf nach der Saison
zu verschieben.

Empfang im April

Den Empfang, der auf 3. April terminisiert wurde, wird ein OK unter Federführung von Bürgermeister Stefan Strolz planen – und er wird im Wesentlichen eine „Familienangelegenheit“, denn der Gemeindechef ist bekanntlich Cousin von Hubert Strolz. Als langjähriger Mitarbeiter der Skilifte ist er in die Planungen der Skilifte bzw. Tourismusholding Warth involviert.

Stichwort Skilifte: Sie haben ganz wesentlich Anteil am Skimärchen, das Hannes Strolz geschrieben hat, denn sie stellten die weltberühmte Trainingsstrecke auf der Steffisalppiste natürlich auch ihm zur Verfügung. „Hier haben in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Skistars aus aller Welt trainiert – von Stenmark angefangen über Marc Girardelli oder die Brüder Phil und Steve Mahre ebenso wie Andi Wenzel, Paul Frommelt oder die Schweizer Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen Michaela Figini und Maria Walliser“, erinnert sich Günter Oberhauser, Chef der Tourismusholding, und ergänzt, dass Warth auch für Ski- und Materialtests eine Topadresse war und ist.

Gefeiert wurde doch schon

Wenngleich die Fans von Johannes Strolz auf den großen Empfang noch warten müssen – gefeiert wird in Warth schon jetzt und der Olympia-Zeitplan spielte den Strolz-Fans in die Karten: Weil in den Semesterferien traditionell viele Ländler in Warth Urlaub machen, waren sie vor Ort, um als Gratulanten ins Haus Hubertus zu pilgern.

Dabei gab es natürlich auch viel zu erzählen, denn viele waren schon vor vier Jahren beim Empfang des Europacup-Gesamtsiegers Hannes Strolz dabei, ebenso beim Empfang von Olympiasieger Hubert Strolz – und die älteren Semester sogar schon bei der Feier für Wiltrud Drexel, die vor 50 Jahren die erste Olympiamedaille nach Warth geholt hatte.

In Calgary live dabei

Eine außergewöhnliche Geschichte weiß Alois Wise Feurstein, mit seiner Wälder Metzge seit 15 Jahren Nachbar der Familie Strolz, zu erzählen. „Ich habe Ende der 1980er-Jahre einige Zeit in Calgary gearbeitet und konnte so den Olympiasieg von Hubert Strolz live miterleben. Natürlich hatten wir auch sonst Kontakt miteinander, und an eine lustige Begebenheit erinnere ich mich auch heute noch: Hubert meinte, der Leberkäse schmecke in Calgary genauso wie zuhause. Kein Wunder, meinte ich, denn den habe ja auch ich gemacht.“

Mit Girardelli zu Strolz

Auf ganz andere Art und Weise ist Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer ein Strolz-Experte geworden: „Ich bin sechs Tage älter als Marc Girardelli, und deshalb habe ich mich von klein auf sehr für die Karriere meines Lustenauer Alterskollegen interessiert. Wir gingen zwar nicht in die gleiche Schule – Marc im Hasenfeld, ich im Kirchdorf – aber unsere Wege haben sich immer wieder gekreuzt und es bestehen bis heute Kontakte. So war Marc u. a. Ehrengast bei einer Sportlerehrung in Lustenau“, so der langjährige Warth-Urlauber, der im Haus Hubertus vorbeischaute, denn „es war nicht zu vermeiden, dass ich auch die Karriere von Hubert Strolz ganz genau verfolgt habe – mehr als 20 Jahre waren Marc und Hubert ja gemeinsam unterwegs. Dabei war Gira fast immer knapp voraus – nur bei Olympia hatte Hubsi die Nase vorn.“

Besondere Gratulanten

Nicht nur vom Land stellten sich Gratulanten im Haus Hubertus ein, auch aus dem Lechtal kamen Strolz-Fans nach Warth: Skilehrer Thomas Lutz hatte sogar passende Geschenke mitgebracht – exklusive Deko-Kunstwerke in Gold und Silber. Unerkannt wollte ein anderer Fan bleiben, der Gold und Silber in Form von Schokolade-Medaillen mitgebracht hatte. „Wir wissen nicht, wer es war, die Medaillen lagen auf einmal auf dem Tisch“, wunderte sich Hubert Strolz. STP

Drei exklusive Kunstwerke fertigte der Lechtaler Skilehrer Thomas Lutz (im Bild mit Gattin Anita und Sohn Niklas sowie Birgit und Hubert Strolz) an. <span class="copyright">stp/3</span>
Drei exklusive Kunstwerke fertigte der Lechtaler Skilehrer Thomas Lutz (im Bild mit Gattin Anita und Sohn Niklas sowie Birgit und Hubert Strolz) an. stp/3
Wurden auf unterschiedliche Art und Weise Strolz-Fans: Alois Wise Feurstein und Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer.
Wurden auf unterschiedliche Art und Weise Strolz-Fans: Alois Wise Feurstein und Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer.