Bezirksgericht: Flucht durch die Fußgängerzone

Vorarlberg / 03.03.2022 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bezirksgericht: Flucht durch die Fußgängerzone
Die Polizei musste die Verfolgung des Flüchtenden bis in die Kaiserstraße fortsetzen. symbol/vn

Führerscheinloser nahm vor der Polizei Reißaus und Passanten vor seinem Pkw.

Bregenz Am 11. Dezember des Vorjahres herrschte in der Bregenzer Kaiserstraße helle Aufregung. Ein Pkw flitzte durch die Fußgängerzone, hinter ihm ein Streifenwagen der Polizei mit Blaulicht und Sirene. Passanten mussten auf die Seite springen, darunter auch eine Familie mit Kind.

Am Steuer des Fluchtautos saß ein 32-jähriger Arbeiter. Nun sitzt derselbe vor Richter Christian Röthlin am Bezirksgericht Bregenz, wegen des Vorwurfs der Gefährdung der körperlichen Sicherheit. Der Richter will vom Beschuldigten zunächst einmal wissen: „Warum sind Sie damals vor der Polizei abgehauen?“

„Angst vor der Polizei“

„Weil ich keinen Führerschein und deshalb Angst vor der Polizei hatte“, so die lapidare Begründung des Angesprochenen.  

Der Richter daraufhin: „Waren Sie betrunken? Die Polizei sagte, Sie hätten gelallt und eine gerötete Bindehaut gehabt.“

Der Angeklagte dementiert: „Nein, ich trinke keinen Alkohol.“

„Und dann flüchtet man mit dem Pkw durch eine Fußgängerzone?“

„Ich weiß, ich habe mich falsch verhalten. Aber da waren keine Leute. Ich habe niemanden gefährdet.“

Doch ein Zeuge schildert das anders: „Wären die Passanten nicht auf die Seite gesprungen, er hätte sie überfahren.“ Mit 30 bis 40 km/h sei der Beschuldigte durch die Kaiserstraße gerauscht, ergänzt er noch.

Nur einen „Tüt“ gehört

Ob er denn nicht gemerkt hätte, dass die Polizei mit Blaulicht und Sirene hinter ihm her war, bohrt Richter Röthlin beim Angeklagten nach. Der erwidert: „Doch, ich sah das Blaulicht. Ansonsten aber habe ich nur einen ‚Tüt‘ gehört.”  

Röthlin: „Warum haben Sie dann nicht angehalten?“

„Eben wegen dem Führerschein – dem nicht vorhandenen …“

1800 Euro Geldstrafe

Der 32-Jährige wird im Sinne der Anklage schuldig gesprochen. Das Urteil: Geldstrafe in 150 Tagsätzen zu je zwölf Euro. Der Verurteilte ist einverstanden und wünscht den Anwesenden im Gerichtssaal noch einen schönen Tag.

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