Hälfte der Eschen ist bereits tot

Vorarlberg / 30.03.2022 • 10:35 Uhr
"Die Bäume haben bereits drei Durchläufe gut überstanden", sagt Landesforstdirektor Andreas Amann.
"Die Bäume haben bereits drei Durchläufe gut überstanden", sagt Landesforstdirektor Andreas Amann.

Diesen Frühling wird in Vorarlberg ein Versuchsfeld gepflanzt.

Schwarzach Für die Esche wird es immer enger. Schuld daran ist das „Falsche Weiße Stängelbecherchen“.

Wegen des eingeschleppten Pilzes aus Asien hat Vorarlberg in den vergangenen Jahren bereits viele Tausend Bäume verloren. Aktuelles Beispiel: Dornbirn. Aus Sicherheitsgründen müssen auch heuer mehrere Eschen entlang der Geh- und Radwege in den Achauen gefällt werden, teilte die Stadt diese Woche mit.

Einzelne Triebe der Eschen sterben einfach ab. <span class="copyright">VN</span>
Einzelne Triebe der Eschen sterben einfach ab. VN

Das Eschentriebsterben greift seit knapp 15 Jahren in Österreich um sich. Durch den Wind werden die Pilzsporen auch über große Entfernungen transportiert. Ist ein Baum infiziert, sterben einzelne Triebe ab. Ist ein Seitentrieb eines großen Astes betroffen, kann auch der Hauptast, obwohl er noch grün und voller Blätter ist, ohne jede Vorwarnung abbrechen.

50 Prozent

In Vorarlberg waren vor dem Krankheitsausbruch rund drei Prozent aller Bäume Eschen. Landesforstdirektor Andreas Amann geht davon aus, dass etwa 50 Prozent des ursprünglichen Bestands dem aggressiven Pilz bereits zum Opfer gefallen sind. „Die jüngeren, dünneren sind schneller krank und faul geworden. Mit der Zeit musste man auch die alten, dicken Bäume fällen“, erläutert er. Doch die Hoffnung lebt. Wie Untersuchungen gezeigt haben, gibt es immer wieder einzelne Bäume, denen der Erreger offenbar nichts oder nur wenig anhaben kann. Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) hat daher vor einigen Jahren gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) das Projekt „Esche in Not“ gestartet. Dabei wurden resistente Bäume in ganz Österreich aufgespürt, erfasst und auf ihre Krankheitsresistenz überprüft. Noch diesen Frühling sollen in Vorarlberg die ersten Bäume aus dem Projekt ausgepflanzt werden. Laut dem Landesforstdirektor sind ein bis zwei Versuchsflächen mit einer Größe von 0,5 Hektar geplant, eine davon entsteht voraussichtlich bei der Agrargemeinschaft Altenstadt. Wie viele es tatsächlich werden, hänge davon ab, wie viele Pflanzen zur Verfügung stehen.

„Die Bäume haben bereits drei Durchläufe gut überstanden. Sie werden nach einem genauen Muster ausgesetzt. Dann schaut man, ob die Pflanzen generell resistent sind, ob sie gesünder bleiben, wenn sie im Reinbestand gesetzt werden oder in Mischung mit anderen Bäumen“, erläutert Andreas Amann, der davon ausgeht, dass es in fünf Jahren resistentes Eschensaatgut geben wird. VN-GER

In den Dornbirner Achauen müssen auch heuer wieder mehrere Eschen gefällt werden.  <span class="copyright">Stadt Dornbirn<br/></span>
In den Dornbirner Achauen müssen auch heuer wieder mehrere Eschen gefällt werden.  Stadt Dornbirn