Bezirksgericht: Taxifahrer beförderte Mopedlenker auf den Asphalt

Vorarlberg / 12.05.2022 • 05:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Bezirksgericht: Taxifahrer beförderte Mopedlenker auf den Asphalt
Ginge es nach dem Beschuldigten, dann war das Einzige, was beim Unfall geleuchtet hat, sein Taxi.symbol/stadt Bludenz

Ausgerechnet ein Berufschauffeur musste sich wegen mangelnder Vorsicht im Straßenverkehr vor Gericht verantworten.

Bregenz Knapp ein Jahr nach dem Unfall im Vorarlberger Unterland wird der 41-jährige Taxifahrer erneut mit jener Havarie konfrontiert, die er auf einer Landstraße verschuldet hatte. Diesmal als Beschuldigter am Bezirksgericht Bregenz, angeklagt wegen fahrlässiger Körperverletzung.  

Doch er erscheint mit reinem Gewissen vor Richter Christian Röthlin. Denn nach wie vor sei er sich keiner Schuld bewusst, beteuert er wiederholt.

„Ohne Licht unterwegs“

Am 1. Mai 2021 erfasste er beim Abbiegen mit dem Taxi einen Mopedfahrer und stieß ihn zu Boden. Letzterer erlitt beim Sturz eine Fraktur am Daumen, was immerhin als schwere Verletzung qualifiziert wird.  Aber: „Ich habe ihn beim Abbiegevorgang einfach nicht bemerkt“, unterstreicht der 41-Jährige seine Schuldlosigkeit. Der Grund: „Der Mopedlenker war ohne Licht unterwegs.“

Das könnte ihm der Richter vielleicht glauben, hätte die Polizei damals nicht etwas anderes protokolliert. Die Beamten gaben nämlich an, das Moped nach dem Unfall sofort gestartet zu haben. Und siehe da, der Scheinwerfer leuchtete in aller Helligkeit.

Kuchen vorbeigebracht

Doch der Beschuldigte bleibt hartnäckig dabei: „Ich habe weder ein Licht noch sonst etwas gesehen.“ Im Übrigen habe er dem Verunfallten sofort geholfen und ihm später sogar noch Kuchen vorbeigebracht. Am Schuldspruch ändert das freilich nichts. Der 41-Jährige wird wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer unbedingten Geldstrafe von 600 Euro (60 Tagessätze à zehn Euro) verurteilt. Womit sich der Taxler überraschenderweise einverstanden erklärt.