Metzlers „Hausgeister“ ausgezeichnet

Vorarlberg / 15.05.2022 • 17:47 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Neben dem Bild von Pfarrer Brügel zeigt Ingo Metzler die Urkunde, mit der Maecenas das Kunstprojekt ausgezeichnet hat. <span class="copyright">STP/2</span>
Neben dem Bild von Pfarrer Brügel zeigt Ingo Metzler die Urkunde, mit der Maecenas das Kunstprojekt ausgezeichnet hat. STP/2

Spektakuläre Ausstellung im Egger Betrieb wurde mit Maecenas-Preis bedacht.

Egg Vor vier Jahren hat der innovative Unternehmer Ingo Metzler (naturhautnah) in Egg gemeinsam mit Vorarlberg Museum und Wolfgang Fiels iCP Institute for cultural policy das Projekt „Besuch der Hausgeister“ umgesetzt.

Die Idee wurde ausgezeichnet

Das Kunstprojekt beeindruckte seither nicht nur die vielen Besucher, auch die Maecenas-Jury hat der spektakulären Idee Rechnung getragen und hat Ingo Metzler einen Preis verliehen. Der Maecenas ist der österreichische Kultursponsoringpreis. Er wird seit 1989 jährlich von den Initiative Wirtschaft für Kunst (IWK) vergeben. Prämiert werden Unternehmer und Unternehmen für die Förderung von Kunstprojekten, die ohne diese Unterstützung nicht hätten verwirklicht werden können.

Lieblingsstücke der Belegschaft

Die „Initiative Wirtschaft für Kunst“ (IWK) wurde 1987 von Martin Schwarz als unabhängiger Verein wirtschaftstreibender Unternehmen gegründet, die die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Kunst fördern möchten. Verliehen wird der Hauptpreis Maecenas in mehreren Kategorien, naturhautnah wurde in der Kategorie Klein- und Mittelbetriebe ausgezeichnet.

Das Konzept sah eine dreiteilige Ausstellungsreihe mit Exponaten aus der Sammlung des Vorarlberg Museums vor. Exponate, die auf außergewöhnliche und einmalige Art und Weise ausgewählt wurden: Wolfgang Fiel und das Museums­team führten die Belegschaft in die Sammlungsbestände des Vorarlberg Museums ein, dann konnte jede und jeder seine Lieblingsstücke aussuchen, die in der in drei Teile gegliederten Ausstellung an speziellen Plätzen positioniert wurden.

Der erste Teil verlief ohne Probleme, doch dann kam Corona und der jetzt gezeigte zweite Teil der Serie gestaltete sich mit Lockdown-Phasen recht holprig. „Jetzt hat sich alles wieder weitgehend normalisiert und das Besucherinteresse ist wieder erfreulich groß“, freut sich Ingo Metzler, der für Ende des Jahres den dritten Teil des Projekts plant.

Tone Fink als Namensgeber

Und dann hofft er, dass die beiden interessantesten Objekte wieder gezeigt werden können. „Die Ausstellung läuft bekanntlich unter dem Titel ,Besuch der Hausgeister‘ – abgeleitet von einem Exponat das im ersten Jahr im Stiegenhaus zu sehen war. Die Arbeit ,Hausgeist‘ von Tone Fink, der dieses Kunstobjekt 1981/82 aus Papier, Eisendraht und Acrylfarbe gefertigt hat“, erläutert Metzler einen der „Stars“ in der Ausstellung. Highlight der Ausstellung war zu Beginn des Projekts das alte Gipfelkreuz des Piz Buin, das auf dem Flachdach des Gebäudes installiert wurde. Nicht nur ein Blickfang, sondern auch Symbol für eine spannende Geschichte: 1936 wurde das Gipfelkreuz auf dem höchsten Berg Vorarlbergs aufgestellt, und nach mehr als 75 Jahren wurde es im Juli 2012 durch ein neues Kreuz ersetzt. Das von Wind und Wetter gezeichnete alte Kreuz landete zunächst in einem Montafoner Bauhof, wo es beinahe in Vergessenheit geriet, ehe es Museumsdirektor Andreas Rudigier nach Bregenz holte, wo es 2015 anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums der Erstbesteigung des Piz Buin Teil einer Installation war, die mehrere Wochen vor dem Museum zu sehen war. Dann verschwand es wieder im Lager des Museums, ehe es nach Egg kam.

„Und jetzt sind beide Objekte wieder in Bregenz zu sehen – wir sind aber bemüht, dass sie noch einmal nach Egg kommen.“

Persönliches Lieblingsobjekt

In die Ausstellung hat Ingo Metzler stattdessen sein ganz persönliches Lieblingsobjekt geholt: „Ein Bild des großartigen Egger Pfarrers Elias Brügel, der 1628 bis 1635 in unserer Pfarre wirkte. Heute erinnert eine Gedenkstätte an den Seelsorger. Pfarrer Elias betreute 250 abgesonderte Pestkranke bis zu deren Tod und beerdigte sie auch. Er infizierte sich dabei selbst und starb schließlich in der Absonderung. Dank dieser Absonderung blieb der Großteil der Eggerinnen und Egger von der Pest verschont.“

Leider gebe es in den Chroniken von Pfarre und Gemeinde wenig über das Leben und Wirken des Seelsorgers, der sich für die Dorfgemeinschaft aufgeopfert hat. Deshalb sei es ihm wichtig, mit der Präsentation an Elias Brügel zu erinnern. STP

Metzler hofft, dass er das alte Gipfelkreuz nochmal in der Schau zeigen kann.
Metzler hofft, dass er das alte Gipfelkreuz nochmal in der Schau zeigen kann.