Wie in Vorarlbergs Städten bei der Straßenbeleuchtung gespart wird

Vorarlberg / 21.05.2022 • 05:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
In Dornbirn leuchten nachts rund 5000 Straßenlichter. Künftig soll mehr gedimmt werden.<span class="copyright">VN/Steurer</span>
In Dornbirn leuchten nachts rund 5000 Straßenlichter. Künftig soll mehr gedimmt werden.VN/Steurer

LED und Sensortechnik statt umweltschädliche Quecksilberdampflampen: Im Land gibt es laut Experten noch einiges zu tun.

Sie stehen unscheinbar am Straßenrand, haben aber eine große Wirkung: die Straßenleuchten. In Vorarlbergs Kommunen wird die Straßenbeleuchtung seit Jahren Schritt für Schritt umgerüstet. Dabei handelt es sich allerdings um eine komplexe Angelegenheit. Denn es geht nicht nur darum, ineffiziente sowie umweltschädliche Quecksilberdampflampen auszutauschen und Geld und Energie zu sparen. Sondern auch um die Auswirkungen der Beleuchtung auf die Umwelt, wie Straßenbeleuchtungsexperte Max Hartmann (68) erklärt.

“In Dornbirn gibt es circa 5000 Lichtpunkte, darunter circa 800 LED-Lampen. Etwa ein Viertel sind noch Quecksilberdampflampen und Leuchtstoffröhren”, berichtet Hartmann, der jahrelang mit den Experten des Energieinstituts im Rahmen des E5-Programms zusammengearbeitet hat. In Dornbirn soll sich nun bald einiges ändern und die Technik auf Stand gebracht werden. Derzeit wird in der Messestadt an einem Beleuchtungskonzept gearbeitet. “Mit LED-Lampen können 30 Prozent der Stromkosten eingespart werden”, sagt der pensionierte Lichtplaner, der beim Projekt beratend zur Seite steht.

In Dornbirn wird Schritt für Schritt auf LED umgerüstet. Max Hartmann steht bei den Planungen beratend zur Seite. <span class="copyright">VN/MEF</span>
In Dornbirn wird Schritt für Schritt auf LED umgerüstet. Max Hartmann steht bei den Planungen beratend zur Seite. VN/MEF

Hartmanns Devise: “So wenig wie möglich, so viel wie nötig.” Einerseits liegt der Kostenpunkt pro Leuchte bei 600 Euro. Anderseits gilt es für den 68-Jährigen auch hinsichtlich dem Thema Lichtverschmutzung sparsam umzugehen. Er rät daher im Rahmen einer Risikoanalyse herauszufinden, wo Beleuchtungen nötig sind und wo gespart werden könnte. Zudem soll künftig in Dornbirn nachts auch mehr gedimmt werden.

Aber nicht nur in Dornbirn tut sich einiges. Auch in den anderen Städten im Land. Gedimmt wird teilweise auch schon in Bregenz. In der Landeshauptstadt bringen rund 3600 Lampen Licht ins Dunkel, wie Pressesprecher Sebastian Rauch auf VN-Anfrage mitteilt. Jährlich werden 250 Leuchten ausgetauscht. Auch eine sogenannte sensorgesteuerte Technik kommt zum Einsatz. Bei dieser Variante können vor allem in Gebieten mit geringer Siedlungs- und Verkehrsdichte Energiekosten gespart und die Umwelt geschont werden.

In Bregenz werden die Lichter in Teilgebieten nachts gedimmt. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
In Bregenz werden die Lichter in Teilgebieten nachts gedimmt. Stiplovsek

„Sinn macht dies beispielsweise bei Radwegen“, erklärt Lichtexperte Hartmann. Je nach Verkehrsaufkommen verändert sich bei der sensorgesteuerten Beleuchtung die Lichtstärke. „Diese Variante ist allerdings teurer, da mehr Elektronik verbaut wird. Und es braucht jemanden, der sich darum kümmert.”

Um das Thema Straßenbeleuchtung und Energiesparen kümmern sich auch die Bludenzer schon seit Längerem. “Die Beleuchtungsanlage der Stadt umfasst derzeit rund 1500 Lichtpunkte. Die energieverbrauchsstarken wurden in den letzten Jahren durch energiesparende Systeme ersetzt”, berichtet Stadtsprecher Stefan Kirisits auf Anfrage. Rund 300 LED-Leuchten sind in der Alpenstadt bereits im Einsatz und die Systeme werden laufend modernisiert. Im Bereich “Oberer Illrain” wird die Beleuchtung nach Angaben von Kirisits zwischen 0 und 5 Uhr gedimmt. Wenn Lampen oder Technik erneuert werden, wird in Bludenz geprüft, welche technische Variante auch hinsichtlich der rechtlichen Situation in Frage kommt.

Sensorgesteuerte Beleuchtung macht zum Beispiel bei Radwegen Sinn.

Max Hartmann, Lichtexperte

Bereits seit mehreren Jahren arbeitet ebenso die Stadt Hohenems daran, sämtliche Straßenlaternen auf energieeffiziente LED-Lampen umzurüsten und passende Varianten zu finden. “Die Hohenemser sind mit ihrer Umstellung schon sehr weit”, sagt Hartmann.

In der Stadt Feldkirch hat die Umrüstung bereit 2011 begonnen. Hier gibt es inzwischen keine Quecksilberdampflampen mehr. “In der Stadt Feldkirch gibt es rund 4200 Lichtpunkte. Über die Hälfte davon sind bereits LED-Leuchten”, berichtet Hans-Jörg Mathis von den Stadtwerken Feldkirch. Im Einsatz sind auch sogenannte Natriumdampflampen. Sprich Gelblicht. Seit Beginn der Umrüstung im Jahr 2011 konnte laut Mathis mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs eingespart werden. In Feldkirch brennen die Lampen durch. Abgeschaltet werden die Lichter nur bei historischen Gebäuden um 23 Uhr. Ausnahme gilt für die Schattenburg.

Für Lichtplaner Hartmann ist jedenfalls klar, dass es im Land hinsichtlich der Straßenbeleuchtungen noch einiges zu tun gibt. Denn etwa jede fünfte Leuchte sei noch eine ineffiziente Quecksilberlampe, die es schon seit 2015 nicht mehr zu kaufen gibt. Die meisten davon stehen demnach noch an Landesstraßen und werden Schritt für Schritt bei Straßensanierungen ausgetauscht. “Bisher hat sonst halt oft einfach das Geld gefehlt, um umzurüsten”, sagt Lichtplaner Hartmann. Zudem hätten die Gemeinden auch immer mehr Aufgaben zu bewältigen.