Warum die S 18-Präsentation niemanden kalt ließ

Vorarlberg / 08.06.2022 • 04:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Es gab viele Fragen zum Planungsstand der S 18 von den Besuchern der Ausstellung im Millenniumpark. Darunter befanden sich mehrere Skeptiker. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Es gab viele Fragen zum Planungsstand der S 18 von den Besuchern der Ausstellung im Millenniumpark. Darunter befanden sich mehrere Skeptiker. VN/Steurer

Asfinag informierte anlässlich einer Planungsausstellung in Lustenau. Parallel dazu machten S 18-Gegner mobil.

Lustenau Die eine Veranstaltung war angekündigt, die andere nicht. Als im Competence Center im Lustenauer Millenniumspark die Asfinag-Spitze zur Information der Bevölkerung lud, taten das auch die Gegner der Entlastungsstraße. Vorteil des großen Auflaufs in der Veranstaltungshalle des Competence Centers und draußen vor der Tür: Man sprach miteinander und hörte sich zu. Nur ein Lustenauer Unternehmer wollte vom gesitteten Meinungsaustausch nichts wissen und machte seinem Unmut über die S 18-Pläne lautstark Mut.

Grundsätzliche Positionen

Grundsätzliche Haltungen änderten sich freilich nicht. “Es ist das alles ja ein beeindruckender Rahmen”, gestand Eugen Schneider, Sprecher der Initiative Lebensraum Zukunft Lustenau – Unteres Rheintal”. Um dann jedoch postwendend zu ergänzen: “Ich sehe auf diesen Plänen viele Stellen für Verkehrsmassenbewegungen. Für mich bleibt das eine Belastungsstraße. Aber ich will mir die Ausstellung noch im Detail anschauen.”

Es herrschte ein reges Treiben im Veranstaltungssaal des Competence-Centers. Auffallend: Es kamen viele ältere Bürger und kaum junge Menschen. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Es herrschte ein reges Treiben im Veranstaltungssaal des Competence-Centers. Auffallend: Es kamen viele ältere Bürger und kaum junge Menschen. VN/Steurer

Alexander Walcher, Asfinag-Geschäftsführer, betonte in seiner Eröffnungsrede vor den geladenen Journalisten die Bedeutung der Veranstaltung als Plattform der Information für die Bevölkerung.”Durch zahlreiche Experten vor Ort und den Darstellungen auf Plakaten samt Video als erlebbare Visualisierung gelingt Information und Auseinandersetzung mit dem Projekt sicher besser als mit einem Vortrag. Mit dieser Planungsausstellung informieren wir transparent und offen.”

Mit dieser Planungsausstellung informieren wir transparent und offen über den derzeitigen Planungsstand.”

Alexander Walcher, Geschäftsführer Asfinag

29 Plakate

Stichwort Plakate: 29 waren es an der Zahl. “Wir haben versucht alle Aspekte zu berücksichtigen. Die reichen von Lärm über Erschütterung, Pflanzen, Luft- und Klima, Oberflächengewässer, Straßenplanung, Siedlungsraum bis zum Aspekt Freizeit/Erholung”, erläutert Veranstaltungsorganisator Matthias Ehrlich die Bandbreite der Themen, die das Großprojekt vor massive Herausforderungen stellt.

In angeregte Gespräche verwickelt sah man unter anderem Verkehrslandesrat Marco Tittler und die Bürgermeister von Lustenau und Lauterach, Kurt Fischer und Elmar Rhomberg. Auch Tittler fand Gefallen am Veranstaltungsformat. “Diese Ausstellung sehe ich als wesentlichen Eckpfleiler einer offenen Kommunikation zum allgemeinen Planungsstand.”

Parallelveranstaltung unter freiem Himmel vor dem Competence Center. Auch die Gegner des S 18 machten mobil. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Parallelveranstaltung unter freiem Himmel vor dem Competence Center. Auch die Gegner des S 18 machten mobil. VN/Steurer

Untertunnelungen

Beim Planungsstand gibt es neue konkrete Details. “Geplant sind Untertunnelungen im Ausmaß von 4,9 Kilometern am Rande des Siedlungsgebietes”, erklärt Günther Fritz, Regionalprojektleiter und Begleiter des S 18-Planungsprozesses. Einhausungen sind an den Anschlussknoten vorgesehen, die Forderung nach einer kompletten Auflassung der Hofsteigstraße ist derzeit ein weiterer Planungsgegenstand.

Die CP-Variante als einzige Lösung für eine leistungsstarke Entlastungsstraße zwischen österreichischer und Schweizer Autobahn wurde nach jahrelangem Planungsprozess von der Asfinag vor knapp einem Jahr bekanntgegeben. Naturschützer bekämpfen die Pläne. Ein angenommener Entschließungsantrag des Parlaments verpflichtet die Asfinag parallel zu den S18-Vorarbeitungen Alternativplanungen für kleinräumige Lösungen vorzunehmen.