Ab ins Wasser, aber sicher!

Vorarlberg / 09.06.2022 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ab ins Wasser, aber sicher!
Vorarlbergs Wasserretter sorgen in den Schwimmbädern für ein sicheres Badevergnügen.

Vorarlbergs Wasserretter waren heuer schon 25 Mal gefordert und suchen Verstärkung.

Bregenz Gute Nachrichten für Badebegeisterte und Wassersportler: Die Prognosen der Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für das kommende Wochenende verheißen wieder Sonnenschein. Ein Hoch ist im Anflug und beschert nach momentanem Stand speziell am Sonntag Temperaturen bis zu 29 Grad. Der Trend zum Wildbaden, Stand-up-Paddler und coronabedingter Nachholbedarf bei Schwimmkursen machen die Arbeit der freiwilligen Wasserretter allerdings nicht einfacher.

Auch für komplizierte Einsätze sind die Lebensretter gerüstet.
Auch für komplizierte Einsätze sind die Lebensretter gerüstet.

Bis Ende Mai gab es heuer schon 25 Mal Pager-Alarm, wie Landesleiter Daniel Plaichner berichtet. Im Vorjahr retteten die Helden des Wassers 33 Menschen aus teilweise lebensbedrohlichen Situationen, das ist die höchste Einsatzzahl seit zehn Jahren. “In erster Linie spielt natürlich das Wetter eine große Rolle. Mehr heiße Tage führen zu mehr Einsätzen”, erläutert Plaichner die Bilanz.

Wir spüren, dass zwei Jahre fehlen und sind um jeden Kursteilnehmer froh.

Daniel Plaichner, Wasserrettungslandesleiter

Vermehrt haben es die Wasserretter inzwischen auch mit Stand-up-Paddlern zu tun, die Wetterlagen unterschätzen. Des Weiteren nimmt das sogenannte Wildbaden, also das Baden abseits der gesicherten Freibäder, zu. “Es gibt immer mehr Menschen, die Ruhe suchen”, beurteilt der Landesleiter die Entwicklung. Dabei gilt es allerdings besondere Regeln zu beachten, beispielsweise den Wasserstand zu beobachten oder die Fließkraft niemals zu unterschätzen. Aber auch im Schwimmbad gilt es aufzupassen. Denn für den Bademeister ist es unmöglich, überall gleichzeitig zu sein und alles zu kontrollieren.

Regelmäßig stehen auch Einsatzübungen auf dem Programm.
Regelmäßig stehen auch Einsatzübungen auf dem Programm.

Derzeit zählt die Vorarlberger Wasserrettung 1400 Mitglieder, darunter 260 Eiinsatzkräfte, die auch bei Wind und Wetter ausrücken, in den Freibädern aushelfen und bei Veranstaltungen mithelfen und für den Notfall parat stehen. Da coronabedingt Rettungsschwimmerkurse ausgefallen sind, gilt es immer noch einiges aufzuholen, wie Plaichner berichtet. “Wir spüren, dass zwei Jahre fehlen und sind um jeden froh, der einen der Kurse absolviert.” Die ersten Kurse gehen heuer vom 27. Juni bis 8. Juli in sieben Schwimmbädern des Landes über die Bühne. Anmeldung sind über die Webseite der Wasserrettung möglich.

Tipps der Wasserretter für heisse Tage

– nur entsprechend abgekühlt ins Wasser gehen

– nicht mit vollem oder leerem Magen baden

– nur springen, wenn der Untergrund bekannt und das Wasser tief genug und frei ist

– als Nichtschwimmer max. bis zur Brust ins Wasser gehen

– Luftmatratze, Autoschlauch und Gummitiere sind keine Schwimmhilfen

– zieht ein Gewitter auf, das Baden sofort beenden

– auf Rutschen genügend Abstand halten und im Wasser sofort zur Seite gehen

– um kleine Blessuren zu behandeln, empfiehlt sich eine Erste-Hilfe-Box

– die Kraft von fließendem Gewässer nicht unterschätzen

– Schwallwassergefahr beachten und immer einen Rückzugsweg offenhalten

– Wasserstand beobachten

– Kinder niemals unbeaufsichtigt an Flüssen spielen lassen