Die Vision Bezau 2050 ist auf Schiene gebracht

Vorarlberg / 20.06.2022 • 16:25 Uhr
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Bereits auf Schiene ist die Rochade Gemeindeamt-Volksschule.

Ergebnis eines sorgfältigen Entwicklungsprozesses wurde der Bevölkerung präsentiert.

Bezau Mit der am 1. März 2019 rechtswirksam gewordenen Novelle des Raumplanungsgesetzes werden Gemeinden angehalten, bis 31. Dezember 2022 einen Räumlichen Entwicklungsplan (REP) zu erarbeiten, der eine qualitätsvolle Gestaltung des Lebensraumes sicherstellen soll.

Bezau hat diesen Entwicklungsplan mit der Vision Bezau 2050 verknüpft und in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung ein Bild erarbeitet, wie die Marktgemeinde in 30 Jahren aussehen soll. In mehreren Diskussionsrunden (Salongespräche) wurden Ideen und Anregungen der Bezauerinnen und Bezauer gesammelt und in ein Projekt eingearbeitet, das in einer abschließenden Runde präsentiert wurde, ehe es der Landesregierung zur aufsichtsbehördlichen Genehmigung eingereicht wird.

Ambitioniertes Projekt

Es ist ein ambitioniertes Projekt, räumt Bürgermeister Hubert Graf im Gespräch mit der VN-Heimat ein, deshalb habe man den zeitlichen Horizont für eine Umsetzung der einzelnen Vorhaben bis 2050 ausgedehnt. „Es ist“, so Graf, „natürlich auch eine Frage der Finanzierbarkeit.“ Bei der Umsetzung des Gesamtkonzepts spielen deshalb die Kriterien Dringlichkeit und Finanzierbarkeit die maßgebliche Rolle. Deshalb wird in einem Prioritätenkatalog beispielsweise die Revitalisierung des ehemaligen Gasthofs Krone im Zentrum zurückgestellt, obwohl es wünschenswert wäre, diese traditionelle, seit vielen Jahren leerstehende Gaststätte wieder zu aktivieren.

Rochade auf dem Weg

Dies vor allem deshalb, weil ein Jahrhundertprojekt, das beträchtliche Investitionen erfordert, bereits auf den Weg gebracht ist: Die Rochade Gemeindeamt-Volksschule. Dabei wird, wie berichtet, das Bezauer Rathaus abgerissen, um einem Gebäude für Schule und Kindergarten Platz zu machen. Der Zeitplan sieht vor, dass der Abbruch im Frühjahr 2023 durchgeführt werden soll. Bis dahin müssen die Ausweichräumlichkeiten zur Verfügung stehen. „Wir adaptieren dafür das ehemalige Elastisana-Gebäude“, so der Gemeindechef, der darauf verweist, dass die Umbauarbeiten für den Kindergarten bereits voll im Gang sind. Mit Schulbeginn im Herbst möchte man den Kindergarten bereits umsiedeln.

Im zweiten Schritt wird der Neubau für Volksschule und Kindergarten errichtet, und wenn dieses Objekt bezogen ist, wird die heutige Volksschule zum Gemeindeamt umgebaut, inklusive zusätzlicher Infrastruktur.

Vorsorge für Zukunft treffen

Ein riesiges Relief zeigt auf, wie sich Bezau bis 2050 entwickeln soll. „Dabei geht es – neben aktuellen Vorhaben – vor allem darum, Entwicklungsmöglichkeiten offen zu halten. Der Räumliche Entwicklungsplan soll Vorsorge für die Zukunft treffen“, verweist der Bezauer Bürgermeister auf entsprechend dargestellte Bereiche. Wohnen, Freizeit, Arbeitsplätze, Verkehr, Landwirtschaft usw. sollen in einem ausgewogenen Verhältnis Raum für gedeihliche Entwicklung erhalten.

Heimatmuseum zeigt „Leben“

Weiters steht im Bereich Kultur und Tradition die Erweiterung und Modernisierung des Heimatmuseums an. Ein Herzensanliegen von Altbürgermeister Helmut Batlogg und seinen Mitstreitern. „Die 1935 verstorbene Anna Katharina Feuerstein hat zeitlebens viele wertvolle Gegenstände gesammelt, die heute im Heimatmuseum, einem rund 250 Jahre alten Haus, ausgestellt sind. Die Frau hat das Haus der Gemeinde geschenkt, die dort das Heimatmuseum eingerichtet hat. Wir wollen es jetzt erweitern und modernisieren und schwerpunktmäßig das ,Leben‘ in früherer Zeit darstellen“, so Batlogg.

Und auch in Sport und Freizeit steht ein großes Projekt an: Bei der REP-Präsentation machte auch der Bezauer Tennisklub auf sich aufmerksam und stellte sein Konzept „Royal Tennisklub Bezau“ vor. stp

Am informativen Relief ist auch Klein-Emil (im Kinderwagen) höchst interessiert: Bis er in gestandenem Alter ist, soll aus dieser „Spielwiese“ Realität geworden sein.
Am informativen Relief ist auch Klein-Emil (im Kinderwagen) höchst interessiert: Bis er in gestandenem Alter ist, soll aus dieser „Spielwiese“ Realität geworden sein.
Weit fortgeschritten sind die Planungen für die Erweiterung des Heimatmuseums, das Altbürgermeister Helmut Batlogg anhand des Modells erläutert. <span class="copyright">STP/3</span>
Weit fortgeschritten sind die Planungen für die Erweiterung des Heimatmuseums, das Altbürgermeister Helmut Batlogg anhand des Modells erläutert. STP/3