Und das meint Hildegard Breiner zum Ja der EU zur Atomkraft

“Das ist ein verheerendes Signal”, ist die Antiatomkraft-Ikone über das EU-Parlament bestürzt.
Bregenz Die Hoffnung hatte sie bis zum Schluss nicht aufgegeben. Hildegard Breiner (85), die Grande Dame der Antiatom-Bewegung, die vor Jahrzehnten bereits gegen den Nuklearstrom zu Felde zog, musste letztlich doch schweren Herzens den Beschluss des EU-Parlaments in Straßburg zur Kenntnis nehmen.
Null Verständnis
Was sie davon hält, braucht bei der 85-Jährigen keine lange Reaktionszeit: „Dieses Signal ist verheerend“, macht Breiner aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Was die resolute Bregenzerin überhaupt nicht versteht: „Wie kann man seitens der EU nur einen Green Deal ausrufen und dann solche Beschlüsse fassen?“
Dass Atomstrom, aber auch Energiegewinnung durch Gas unter bestimmten Voraussetzungen als grüne Technologien eingestuft werden können, findet bei Breiner keinerlei Verständnis. „Wir wissen doch alle, was Atomtechnologie anrichten kann, und haben das ja auch schon öfters erlebt. Es kann kein Argument geben, diese Form der Stromerzeugung zu befürworten.“ Nur mit Kopfschütteln kann sie quittieren, dass statt der benötigten 353 Abgeordneten im EU-Parlament nur 278 gegen den Rechtsakt stimmten.
Suche nach Verbündeten
Breiner hatte sich vor dem Abstimmungstag gefürchtet. Bis zum frühen Nachmittag wollte sie von den Ereignissen aus Straßburg nichts wissen. Erst dann stellte sie sich der für sie bitteren Wahrheit.
Trotz des Beschlusses des EU-Parlaments will Breiner im Kampf gegen die Atomlobby die Flinte nicht ins Korn werfen. „Es ist gut, dass Österreich gegen diese Entscheidung rechtlich vorgeht. Wichtig wird es nun auch sein, gezielt Verbündete im Kampf gegen die Atomkraft zu suchen und akkordiert vorzugehen.“ Immer noch hofft Breiner auch auf wirtschaftliche Gründe für eine Ablehnung der Atomindustrie. „Große Investoren werden erkennen müssen, dass sich Investitionen in die Atomkraft nicht rentieren.