Steinbock-Jäger von der Kanisfluh sorgen auch in Deutschland für Schlagzeilen

Vorarlberg / 23.08.2022 • 05:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Jagdfilmer mit den Brüdern F. <span class="copyright">Screenshot</span>
Der Jagdfilmer mit den Brüdern F. Screenshot

“Ich bekomme sogar Morddrohungen”, berichtet der Jagdfilmer, der die Filme im Internet vermarktet.

Schnepfau, Berlin Die Akte “Instagram-Jäger von der Kanisfluh” schlägt nicht nur in Vorarlberg Wellen. Zahlreiche Medien berichteten in den vergangenen Tagen über den Vorfall. Die Bild am Sonntag (BamS) titelte in der aktuellen Ausgabe “Österreich entsetzt über deutsche Steinbock-Jäger”. Auch in den Online-Ausgaben der Allgäuer Zeitung, der Deutschen Jagdzeitung und dem Jägermagazin machten die Jagdrowdys aus Deutschland Schlagzeilen.

Steinbock-Jäger von der Kanisfluh sorgen auch in Deutschland für Schlagzeilen
Der Bild-am-Sonntag-Bericht vom 21. August 2022.

Die Brüder F. aus der Nähe von Stuttgart (seit 1. April Pächter der Eigenjagd Wirmboden in Schnepfau) ließen sich, wie mehrfach berichtet, vor zwei Wochen mit dem Hubschrauber von der Kanisfluh ins Tal fliegen. Im Landschaftsschutzgebiet sind Flüge eigentlich nur in Ausnahmefällen erlaubt. Die felsige Nordflanke, an der sie die Steingeiß erlegt haben, war für Jäger zudem bislang tabu, weil sie den Tieren als Rückzugsort gilt. Für Aufregung sorgt auch die Tatsache, dass es die Deutschen bei dem Jagdausflug nicht nur auf das Wild abgesehen hatten. Sie wurden dabei auch von einem Jagdfilmer begleitet, der die Filme auf der Bezahlplattform “Hunt on Demand”, einer Art Netflix für Jäger, und in den sozialen Medien vermarktet. Einer seiner prominentesten Follower bei Instagram: der deutsche Finanzminister Christian Lindner (FDP).

“Total übertrieben”

Die BH Bregenz prüft derzeit, ob die Jagdpächter gegen die Landschaftsschutzverordnung bzw. das Jagdgesetz verstoßen haben. Der Jagdfilmer selbst kann die Kritik offenbar nicht verstehen. Sie sei “total übertrieben. Ich bekomme sogar Morddrohungen“, wird er in der BamS zitiert. Zwei Teile aus der Serie “Abenteuer Bergrevier” sind bereits erschienen. In einer der Beschreibungen heißt es unter anderem: “Hier im Vorarlberg ticken die Uhren anders. Schnell wird klar: Das Verständnis und die Ausübung der Jagd ist mit den deutschen Jagdverhältnissen nicht vergleichbar. […] Die vorhandene Infrastruktur muss nun umgekrempelt werden.” Der dritte Teil rund um die Steingeiß-Jagd soll demnächst veröffentlicht werden.