Vorarlbergs Schmerzboard geht in Betrieb

Vorarlberg / 05.09.2022 • 05:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorarlbergs Schmerzboard geht in Betrieb
Das Schmerzboard im LKH Hohenems gilt als ein Baustein in der Vernetzung von niedergelassenen und Spitalsärzten. vn/paulitsch

Am 21. September findet erste Sitzung statt. Drei Patientenanmeldungen gibt es schon.

hohenems Endlich ist sie da, die gute Nachricht für chronische Schmerzpatienten. Am 21. September startet nämlich das neu organisierte Schmerzboard Vorarlberg.

Es ist im Landeskrankenhaus Hohenems angesiedelt und bietet niedergelassenen Ärzten die Möglichkeit, Patienten mit einem schon länger andauernden Schmerzzustand einem interdisziplinären Schmerzteam vorzustellen. Dabei wird gemeinsam mit dem betreuenden Haus- oder Facharzt die Patientensituation erörtert, und es werden mögliche Therapievorschläge angeboten.

Verbesserung

Dies soll helfen, die Situation von chronischen Schmerzpatienten zu verbessern. „Bislang gibt es drei Patientenanmeldungen“, bestätigt Ulrich Tumler, der in der ÖGK den großen Bereich der Landeszielsteuerung verantwortet. Ab Oktober finden die Sitzungen des Schmerzteams einmal, und zwar an jedem 1. Mittwoch im Monat statt. Bei Bedarf ist eine Ausweitung laut Tumler aber jederzeit möglich.

Chronische Schmerzen sind oft nur schwer behandelbar und können Betroffene auf einen langen Leidensweg führen. Allein in Vorarlberg wird ihre Zahl auf 65.000 geschätzt. Schon bisher konnten niedergelassene Ärzte das Schmerzboard für Patienten in Anspruch nehmen. Das Angebot fand allerdings kaum Zuspruch. Die Pandemie brachte es dann völlig zum Erliegen. Ein Grund für das geringe Interesse war einer Umfrage zufolge der für Ärzte zu hohe Aufwand. „Sie mussten beim Schmerzboard dabei sein, was sich zeitlich kaum machen ließ“, erklärt Ulrich Tumler. Im „Schmerzboard neu“ hält ein ärztlicher Koordinator den Kontakt zum Zuweiser. Patienten sind bei der Schmerzboard-Besprechung grundsätzlich nicht anwesend. Im Bedarfsfall kann bei Fachärzten des Schmerzboards eine ambulante Vorstellung organisiert werden. „Auch das entscheidet der ärztliche Koordinator“, führt Tumler aus.

Niederschwelliger Zugang

Eine Anmeldung zum Schmerzboard kann ausschließlich über den betreuenden Arzt erfolgen. Liegt eine solche vor, organisiert der Koordinator alles Notwendige. „Die Führung und Behandlung der Patienten bleibt jedoch immer in den Händen der niedergelassenen Ärzte“, betont Ulrich Tumler. Er bestätigt, wonach Erfahrungen aus den vergangenen Jahren gezeigt haben, dass die Idee eines gemeinsamen Schmerzboards durchaus sehr geschätzt wurde, der Zugang jedoch zu aufwendig war. Die Unterstützung bei der organisatorischen Abwicklung soll alles einfacher machen. Ein weiterer Schritt wird die Erhebung bzw. der Ausbau des Angebots zur Versorgung von chronischen Schmerzpatienten sein. Finanziert wird das auch vom Land, der Ärztekammer und KHBG getragene Projekt über den Innovations- und Zielsteuerungsfonds der ÖGK, die Kosten für drei Jahre belaufen sich auf rund 180.000 Euro.