Feldkircher 24-Millionen-Euro-Projekt: Anrainer schlagen Alarm

Vorarlberg / 11.11.2022 • 17:15 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Feldkircher 24-Millionen-Euro-Projekt: Anrainer schlagen Alarm
Norbert Penninger wohnt am Ardetzenberg. Die anstehenden Bauarbeiten betrachtet er mit Skepsis. VN/Haller

Kapfschlucht-Aufweitung: Was die Umleitung über die Ardetzenbergstraße für Wildparkbesucher bedeutet und warum sich Anrainer darüber Sorgen machen.

Feldkirch Am 11. Dezember fällt in Feldkirch der Startschuss für die Aufweitung der Kapfschlucht.

Ab dann wird mit der Baustelleneinrichtung begonnen und die Stadtbusse über den Ardetzenbergtunnel umgeleitet. Das mit 24 Millionen Euro veranschlagte Megaprojekt dient dem Hochwasserschutz der Montfortstadt. Das Ill-Flussbett wird um bis zu acht Meter verbreitert, damit die Innenstadt vor einem möglichen Hochwasser bewahrt wird (die VN berichteten).

Feldkircher 24-Millionen-Euro-Projekt: Anrainer schlagen Alarm

Für die Dauer der Bauarbeiten wird die Kapfschlucht gesperrt sein, was massive Auswirkungen auf den Verkehr am Ardetzenberg haben wird. Denn nicht nur das Baustellengebiet zwischen Heilig-Kreuz-Brücke und der Vereinigungsbrücke wird nicht mehr passierbar sein, sondern auch der untere Bereich der Ardetzenbergstraße soll ab Anfang Februar 2023 für die Dauer von zweieinhalb Jahren bis zur Kreuzung Veitskapfgasse gesperrt sein. Der Verkehr soll in dieser Zeit über den oberen Teil der Ardetzenbergstraße bis zur Reichsstraße auf Höhe des Bahnhofs (siehe Grafik) umgeleitet werden. Das bedeutet: Wer künftig zum Beispiel den Wildpark erreichen will, muss über diesen oberen Teil der Ardetzenbergstraße ausweichen.

Feldkircher 24-Millionen-Euro-Projekt: Anrainer schlagen Alarm
Anrainer Norbert Penninger vor dem Straßenabschnitt, den es nicht mehr lange geben wird. <span class="copyright">VN/Haller</span>
Anrainer Norbert Penninger vor dem Straßenabschnitt, den es nicht mehr lange geben wird. VN/Haller

Direkter Gehweg: 350 Stufen

Bewohnerinnen und Bewohner des Ardetzenbergs befürchten aufgrund dieser Umstände ein Verkehrschaos. Einer der Anrainer ist Norbert Penninger, der den VN bei einem Lokalaugenschein die Problemstellen zeigt. “Es wird vergessen, wie Fußgänger und Radfahrer während der Bauarbeiten in die Stadt und zurück kommen”, gibt Penninger zu bedenken. Denn künftig wird die kürzeste Verbindung für Fußgänger vom Ardetzenberg in die Stadt die Himmelsstiege mit etwa 350 Stufen sein. Alternativ gibt es den “Zickzackweg” (Maria Mutterweg), der inbesondere im Winter auch keine günstige Alternative ist. “Besonders für betagte Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, oder auch für Familien mit Kinderwagen wird das ein großes Problem”, zeigt sich der Feldkircher besorgt.

Der zukünftig kürzeste Weg in die Stadt: die Himmelsstiege mit etwa 350 Stufen. <span class="copyright">VN/HAller</span>
Der zukünftig kürzeste Weg in die Stadt: die Himmelsstiege mit etwa 350 Stufen. VN/HAller
Feldkircher 24-Millionen-Euro-Projekt: Anrainer schlagen Alarm
Die Anrainer müssen zu Fuß künftig über die Himmelsstiege in die Stadt.VN/Haller

Beengte Straße

Nicht nur das: Die obere Ardetzenbergstraße ist ziemlich schmal. “Wenn nun der ganze Verkehr hierher umgeleitet wird, verschlimmert sich die Situation. Es befinden sich hier Parkfelder, sodass der Gegenverkehr schon jetzt teilweise auf den Gehsteig ausweichen muss, was gefährlich werden kann.” Penninger befürchtet außerdem, dass Schülerinnen des Instituts St. Josef verspätet in den Unterricht kommen und der Wildpark Besucherrückgänge verkraften muss. “Wie das Durchkommen für Einsatzfahrzeuge wie Rettung oder Feuerwehr sein wird, ist ebenfalls fraglich”, sorgt sich der 58-jährige, der sich von den Verantwortlichen der Stadt zu wenig ernst genommen fühlt.

Besucher des Wildparks müssen für die Dauer der Bauarbeiten über die Ardetzenbergstraße fahren. <span class="copyright">VN/Haller</span>
Besucher des Wildparks müssen für die Dauer der Bauarbeiten über die Ardetzenbergstraße fahren. VN/Haller
Besonders am Morgen ist vor dem Institut St. Josef viel Verkehr, der künftig in der Ardetzenbergstraße wenden muss. <span class="copyright">VN/Haller</span>
Besonders am Morgen ist vor dem Institut St. Josef viel Verkehr, der künftig in der Ardetzenbergstraße wenden muss. VN/Haller

Wildparkshuttle geplant

Der zuständige Feldkircher Stadtrat Thomas Spalt (FPÖ) kann die Sorgen der Anrainer nachvollziehen: “Es wird Beeinträchtigungen geben, da gibt es nichts schönzureden. Wir setzen aber Verkehrsmaßnahmen, um die ganze Situation sicherer zu machen”, bekräftigt Spalt. So sollen unter anderem Teile der längsseitigen Parkflächen aufgelassen werden, um mehr Platz zu schaffen. Man sei derzeit noch auf der Suche nach Ersatzparkflächen.

Die Ardetzenbergstraße ist teilweise nur einspurig zu befahren.<span class="copyright"> VN/Haller</span>
Die Ardetzenbergstraße ist teilweise nur einspurig zu befahren. VN/Haller

“Am Ende der Ardetzenbergstraße wird außerdem eine Umkehrmöglichkeit geschaffen und der Eckradius der Kurve in Richtung Veitskapfgasse verbreitert”, informiert Spalt. Um den Autoverkehr zu reduzieren, sei ein Shuttle für die Wildparkbesucher vom Bahnhof Feldkirch ab Frühjahr geplant. Die Durchfahrt von Einsatzfahrzeugen und Müllwagen sei ebenso gesichert.

Der zuständige Stadtrat Thomas Spalt (FPÖ). <span class="copyright">Vorarlberger Freiheitliche</span>
Der zuständige Stadtrat Thomas Spalt (FPÖ). Vorarlberger Freiheitliche
Feldkircher 24-Millionen-Euro-Projekt: Anrainer schlagen Alarm
Die Eckmauer bei der Kreuzung Veitskapfgasse/Ardetzenbergstraße wird abgetragen, damit der Kurvenradius erweitert wird. VN/Haller

Einsatzfahrzeuge

Dies bestätigt auch der zuständige Feuerwehrkommandant Andreas Weiß von der Ortsfeuerwehr Feldkirch-Stadt. Solche Bauarbeiten seien auch für die Einsatzkräfte immer eine Herausforderung, da die Ausweichmöglichkeiten in der engen Straße begrenzt seien. Über die Berggasse und den Wildpark sei eine zweite Route für die Feuerwehr geplant. Weiß appelliert grundsätzlich an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer, rechtzeitig Platz zu schaffen, denn Einsatzfahrzeuge haben immer Vorrang.

Feuerwehr-Kommandant Andreas Weiß appelliert grundsätzlich an die Vernunft der Autofahrer. <span class="copyright">Feuerwehr Feldkirch Stadt</span>
Feuerwehr-Kommandant Andreas Weiß appelliert grundsätzlich an die Vernunft der Autofahrer. Feuerwehr Feldkirch Stadt

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