Achtung: Virenangriff durch ein teuflisches Trio

Vorarlberg / 14.12.2022 • 17:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Achtung: Virenangriff durch ein teuflisches Trio
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Grippe, Corona und RS-Viren halten Ordinationen und Spitäler auf Trab.

Schwarzach RSV, Grippe, Corona: Primar Heinz Drexel am Landeskrankenhaus Feldkirch bezeichnet sie als „teuflisches Trio“. Tatsächlich sorgen diese Viren derzeit in Krankenhäusern und bei niedergelassenen Ärzten für viel Betrieb. Gabriele Gort, Allgemeinmedizinerin in Wolfurt, berichtet von einem merklichen Anstieg der Grippefälle, und auch die grippalen Infekte fallen heuer ihrer Einschätzung zufolge stärker aus. „Die Leute sind wirklich sehr krank“, erzählt sie. In den Spitälern haben die aktuell grassierenden Viren zu vermehrten stationären Aufnahmen geführt, die ersten gab es bereits Ende November.

„Maske tragen und impfen“, rät Heinz Drexel. <span class="copyright">KHBG</span>
„Maske tragen und impfen“, rät Heinz Drexel. KHBG

Schnelle Welle

Betroffen laut Oberärztin Laila Raschid-Straka vom Team der LKH-Krankenhaushygiene sind besonders Kinder, ältere und vorerkrankte Menschen, wobei das RS-Virus auch betagtere Personen heimsucht. „Solche Wellen sorgen immer für eine angespannte Situation den Spitälern“, sagt Raschid-Straka. Noch sei sie jedoch zu bewältigen. Alle stellen sich aber auf einen längeren Verlauf ein, nachdem die Infektionswelle früher als in anderen Jahren über das Land hinwegrollt. Wie rasch sich das Influenza-Virus ausbreitet, zeigt außerdem die Wochenstatistik der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Vor drei Wochen waren bei 2180 Krankmeldungen wegen Grippe oder grippaler Infekte 12 Influenzafälle dabei, eine Woche später schon 34 bei 2731 Krankmeldungen, und vergangene Woche schnellte der Wert auf 77 bei 2731 Krankmeldungen hinauf. Zum Vergleich: 2021 wurden im gleichen Zeitraum drei bzw. zwei Grippefälle registriert, und das bei deutlich weniger Krankmeldungen.

Achtung: Virenangriff durch ein teuflisches Trio

„Solche Wellen sorgen immer für eine angespannte Situation in den Spitälern.“

Oberärztin Laila Raschid-Straka, Team der LKH-Krankenhaushygiene

Maske und Impfung

Einig sind sich die Medizinerinnen und Mediziner darin, dass vor allem die coronabedingten Einschränkungen und Verordnungen das Immunsystem schwächeln lassen. „Es hat mehr zu kämpfen, um die Viren abzuwehren“, erklärt Gabriele Gort. Ebenfalls nicht unbeteiligt an der Misere ist die Kälte. „Sie erleichtert respiratorischen Viren das Eindringen in den Körper“, führt Laila Raschid-Straka aus. Die Menschen halten sich mehr drinnen als draußen auf, die sozialen Kontakte werden wieder enger. Die Viren haben leichtes Spiel. „Maske tragen und impfen“, rät Heinz Drexel. Auch Vitamin C-Gaben würden nicht schaden. Steigt das Fieber plötzlich an, heißt es ab zum Arzt.

Hohe Nachfrage

"Das Immunsystem hat mehr zu kämpfen, um die Viren abzuwehren“, erklärt Gabriele Gort. <span class="copyright">Ärztekammer</span>
"Das Immunsystem hat mehr zu kämpfen, um die Viren abzuwehren“, erklärt Gabriele Gort. Ärztekammer

Bei Vitaminen und Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, Abstand halten und im Bedarfsfall Maske tragen kann auch Gabriele Gort mit. Sie bringt als weiteres Beispiel noch Salbeitee ins Spiel, der desinfizierend wirkt. Wieder zum Thema wurde in ihrer Ordination die Grippeimpfung. „Die Nachfrage ist groß“, bestätigt sie. Zahlreiche Patienten lassen sich sogar gleichzeitig gegen Grippe und Covid impfen. Die Praxis ist an jedem Öffnungstag voll, doch Gabriele Gort weiß: „Die Leute sind sehr dankbar für die Hilfe.“

Die Grippeimpfung ist wieder gefragt. <span class="copyright">APA/Gindl</span>
Die Grippeimpfung ist wieder gefragt. APA/Gindl

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