Warum die Dornbirner Straßenreiniger nur noch den Kopf schüttelten

Vorarlberg / 01.01.2023 • 16:35 Uhr
Die Spuren einer Silvesternacht. Bruno Gasperini zeigt, was sich alles auf den Straßen von Dornbirn gefunden hat.  <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Die Spuren einer Silvesternacht. Bruno Gasperini zeigt, was sich alles auf den Straßen von Dornbirn gefunden hat. VN/Paulitsch

Zerstörte Müllcontainer, gesprengter Parkautomat. In Dornbirn waren zu Silvester Vandalen unterwegs.

Dornbirn Gerd Weimüller (41) war nicht die erste Silvesternacht als Koordinator des Straßenreinigungsdienstes in der Stadt unterwegs. Er weiß, was euphorisierte Neujahrsfester so alles an Unrat zurücklassen. “Aber heuer”, sagt Weimüller, “heuer, war es schon irgendwie extrem.”

Abfall in rauen Mengen wird zur Abladestelle der Straßenmeisterei in Dornbirn gebracht. <span class="copyright"> VN/Paulitsch</span>
Abfall in rauen Mengen wird zur Abladestelle der Straßenmeisterei in Dornbirn gebracht. VN/Paulitsch

Der Stadtbedienstete bezieht sich dabei auf Vandalenakte, deren Folgen sein Trupp beim Aufräumen begegnen musste. Auch sein Chef und Leiter der Straßenmeisterei Dornbirn, Hubert Dreher (54), kann da nur noch den Kopf schütteln. “Es wurden insgesamt vier Müllbehälter zerstört. Das sind zum Teil Designerobjekte, die 4000 Euro kosten. Aber das Schlimmste mussten wir im Gütle erleben. Dort wurde ein Parkautomat im Wert zwischen 15.000 und 18.000 Euro von Vandalen gesprengt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Fernseher, Stühle, Koffer

Es ist 10.30 Uhr am Neujahrstag im Areal der Straßenmeisterei Dornbirn in der Gütlestraße. Bruno Gasperini (60) und Arthur Grabher (56) entladen gerade die letzten zwei Transportfahrzeuge voll mit den Überresten der Silvesternacht. Man sieht verstümmelte Raketen-Abschussbatterien, die Überreste von Leuchtraketen, Böller, Kartonfetzen, aber auch allerhand, das man nicht mit Silvesterfeiern in Verbindung bringt, einen alten Fernseher, Stühle, Koffer. “Die Leute nutzen die Gunst der Stunde und hauen Sachen weg, die sie nicht mehr brauchen”, kennt Hubert Dreher seine Kundschaften.

Der negative Höhepunkt des Vandalismus in der Dornbirner Silvesternacht ist ein gesprengter Parkautomat im Gütle. <span class="copyright">Straßenmeisterei</span>
Der negative Höhepunkt des Vandalismus in der Dornbirner Silvesternacht ist ein gesprengter Parkautomat im Gütle. Straßenmeisterei

Die Kerntruppe

Insgesamt acht Kubikmeter Unrat haben seine Männer von vier Uhr in der Früh bis jetzt eingesammelt und im Gelände der Straßenmeisterei abgeladen. Im Einsatz waren sieben Mitarbeiter mit drei Fahrzeugen. “Heuer haben wir erstmals auch eine Kehrmaschine in Betrieb gehabt”, berichtet der Chef.

Das sind sie, die fleißigen "Mainzelmänner" von Dornbirn, die in der Silvesternacht den Müll zusammensammeln. <span class="copyright"> VN/Paulitsch</span>
Das sind sie, die fleißigen "Mainzelmänner" von Dornbirn, die in der Silvesternacht den Müll zusammensammeln. VN/Paulitsch

Viel bitten und betteln braucht er nicht, um einen Trupp für den Dienst in der Silvesternacht zusammenzustellen. “Es hat sich eine Kerntruppe gebildet, die sich jedes Jahr meldet”, freut sich Dreher. Seine Männer lobt er über den grünen Klee. “Sie leisten wirklich tolle Arbeit und führen ihren Job gründlich aus.”

Gerd Weimüller und der Leiter der Straßenmeisterei Dornbirn, Hubert Dreher, sind zufrieden mit ihren Männern.
Gerd Weimüller und der Leiter der Straßenmeisterei Dornbirn, Hubert Dreher, sind zufrieden mit ihren Männern.

Interne Silvesterfeier

Dabei lassen sie sich auch von den frühmorgens noch präsenten Silvester-Feierfreaks nicht beeindrucken. Nicht alle von diesen sind nämlich nett mit den Mitarbeitern der Straßenmeisterei. “Da kannst du dir gelegentlich einiges anhören”, weiß Gerd Weimüller. Aber heuer habe es diesbezüglich keine Probleme gegeben.

Zerstörter Müllkübel in der Dornbirner Innenstadt. Die Vandalen waren in ihrer Zerstörungswut nicht wählerisch. <span class="copyright">Straßenmeisterei</span>
Zerstörter Müllkübel in der Dornbirner Innenstadt. Die Vandalen waren in ihrer Zerstörungswut nicht wählerisch. Straßenmeisterei

Der Reinigungstrupp hat sich mittlerweile vollzählig in der Straßenmeisterei versammelt. “Jetzt ist es Zeit für ein Gläschen Sekt in gemütlicher Runde”, betont Dreher. Wie jedes Jahr ist der Chef mit seiner Frau vorbeigekommen, um mit seinen Männern eine kleine interne Silvesterfeier abzuhalten. Verdient haben sie es sich allemal.