Erst zehn und leukämiekrank. Was Maria zu einem großen Vorbild macht

Vorarlberg / 05.01.2023 • 04:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Maria im Park vor dem Appartement in Singapur, das sie mit ihren Eltern Vesna und Roland unweit des Krankenhauses bewohnt. <span class="copyright">Scheirerer</span>
Maria im Park vor dem Appartement in Singapur, das sie mit ihren Eltern Vesna und Roland unweit des Krankenhauses bewohnt. Scheirerer

Das kleine Mädchen ist eine Kämpferin. Nun befindet sie sich auf Krebstherapie in Singapur – auch dank “Ma hilft”.

Singapur Aufgeben? Nicht mit Maria. Humorlos? Aber doch nicht Maria. Mutlos? Ein Fremdwort für das tapfere zehnjährige Mädchen aus Lustenau. Als bei Maria im März 2021 die Diagnose Leukämie gestellt wurde, begann für das Kind ein unglaublicher Leidensweg. Raus aus der Schule, rein in die Krankenhäuser. Zuerst Uni-Klinik Innsbruck, danach Kinderspital St. Gallen, Fortschritte, Rückschläge, Chemotherapie, zurück an die Schule und nach Rückkehr des Krebses doch wieder Abschied von den Schulkameradinnen und -kameraden, die Maria in der neuen Klasse gerade liebgewonnen hatte.

Im Krankenhaus erhält Maria die beste Krebstherapie, die es derzeit gibt. Singapur ist diesbezüglich auf dem neuesten Stand.
Im Krankenhaus erhält Maria die beste Krebstherapie, die es derzeit gibt. Singapur ist diesbezüglich auf dem neuesten Stand.

Alles ertragen

Aber Maria ließ sich nie unterkriegen. Sie erfreute sich an Albino, dem kleinen aufgeweckten Hund, den ihr die Eltern schenkten. Sie freute sich über Besuch ihrer Freundinnen aus der Schule. Diese gaben ihr auch Kraft und ließen sie nie verzweifeln. “Maria hat alles brav ertragen. Sie hat nie die Hoffnung verloren”, erzählt Mama Vesna mit warmer Stimme. Sie und Papa Roland Schreierer sind megastolz auf ihre Tochter, für die sie rund um die Uhr da sind, deren schwere Krankheit sie aus dem Berufsleben gerissen hat. Alles dreht sich nur noch um Maria. Jetzt ist die Familie bereits seit zwei Wochen in Singapur, wo eine neue und nur dort praktizierte Krebstherapie Heilung verspricht. “Ma hilft” hat Reise und Aufenthalt mitfinanziert.

Immer ein Lächeln auf den Lippen, auch wenn es für sie weiß Gott nicht leicht ist. Maria ist ein großes Vorbild in Sachen Kampfgeist.
Immer ein Lächeln auf den Lippen, auch wenn es für sie weiß Gott nicht leicht ist. Maria ist ein großes Vorbild in Sachen Kampfgeist.

“Maria hat alles brav ertragen. Sie hat die Hoffnung auf Heilung nie aufgegeben. Sie kämpft.

Vesna Schreirerer, Mama

Spazieren im Park

VN.at hat Maria und ihre Eltern am Telefon erreicht. “Es geht mir gut hier. Nur ein bisschen langweilig ist mir halt”, lässt die Zehnjährige wissen. Sehr viel Zeit verbringen sie, Mama Vesna und Papa Roland in ihrem Appartement, von wo sie zu diversen Therapien und Behandlungen ins nahe Krankenhaus fahren. Was in Marias Alltag etwas Farbe hineinbringt, sind die regelmäßigen Ausflüge in den Park, der sich unmittelbar beim Appartement befindet. “Ich sehe im Park viele Tiere: Vögel, Eidechsen und andere. Und dann muss ich an meinen Hund denken, den wir der Züchterin zurückgegeben haben, so lange wir in Singapur sind.” Dass es mit Maria aufwärts geht, belegt eine sehr erfreuliche Entwicklung: “Nach wochenlanger Ernährung durch den Schlauch isst sie wieder normal. Das ist ein gutes Zeichen”, berichtet der Papa.

Ohne Weihnachten müssen Maria und ihre Eltern auch in Singapur nicht sein. Ein festlich geschmückter Christbaum zeugt davon.
Ohne Weihnachten müssen Maria und ihre Eltern auch in Singapur nicht sein. Ein festlich geschmückter Christbaum zeugt davon.

Noch länger in Singapur

Im fernen Asien werden die Schreierers noch mindestens bis Ende März bleiben. Marias Therapie ist sehr komplex. Ihr werden weiße Blutplättchen entnommen, außerhalb des Körpers behandelt und dann wieder in den Körper gespritzt Diese sollen die Krebszellen vernichten. Derzeit jedoch ist wieder Chemotherapie angesagt. Die Eltern sind in die Behandlung mit eingebunden und haben gelernt, diverse Handgriffe, wie etwa Spritzen zu setzen, selbst vorzunehmen.

Maria lässt tapfer alles über sich ergehen und glaubt fest daran, dass sie wieder gesund wird. Sie hat nie aufgegeben. Ihr Kämpferherz nötigt allen Bewunderung ab, vor allem den Eltern, aber auch ihren Freundinnen zu Hause. Maria vermisst sie. Und Maria wird vermisst.

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