E. coli-Fälle in Vorarlberg: „Behandlung ist sehr komplex“

Vorarlberg / 06.06.2023 • 21:23 Uhr
E. coli-Fälle in Vorarlberg: „Behandlung ist sehr komplex“
Primar Simma zu der Behandlung der erkrankten Kinder. KHBG, VOL

Deshalb entschloss sich LKH Feldkirch zur Zusammenarbeit mit der Uniklinik Innsbruck.

Feldkirch Kinder und Jugendliche aus dem Raum Frastanz sind derzeit die Leidtragenden einer Darminfektion mit Coli-Bakterien (die VN berichteten).

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Es gibt bis dato insgesamt elf Betroffene, sechs müssen stationär behandelt werden, davon zwei in Innsbruck und vier im LKH Feldkirch. Damit wurden seit Montagnachmittag zwei weitere Kinder stationär aufgenommen, eines davon von der Uniklinik Innsbruck.

Dass nicht alle in Feldkirch aufgenommen wurden, liegt laut Primar Burkhard Simma, Leiter der Abteilung für Kinder und Jugendheilkunde, an der Komplexität der Erkrankung. In schweren Fällen tritt nämlich ein Nierenversagen ein. „Die Niere hört auf zu arbeiten, es braucht eine Nierenersatztherapie“, erklärt er. Diese sei sehr aufwendig, deshalb habe man sich entschlossen, die Behandlung in Zusammenarbeit mit der Uniklinik Innsbruck durchzuführen.

Bluthochdruckprobleme möglich

Beide nach Innsbruck transferierten Kinder liegen weiterhin auf der Intensivstation. Wann sie auf die Normalstation verlegt werden können, sei derzeit nicht absehbar. Im LKH Feldkirch sind zwei Kinder auf der Normalstation untergebracht, zwei auf der Intensivstation. Ein junger Patient benötigte kurzzeitig eine künstliche Beatmung, ein Jugendlicher braucht den Aussagen des Kinderarztes zufolge noch eine Dialyse. Eine Nierenersatztherapie kann beendet werden, wenn die Nierenfunktion wieder ausreichend gegeben ist. Zur Frage möglicher Langzeitfolgen durch die Nierenersatztherapie sagt Burkhard Simma: „In der Medizin gibt es viele Erkrankungen, die nicht folgenlos oder ohne Komplikationen abheilen.“ Im aktuellen Fall können Blutdruckprobleme auftreten. „Es ist so, dass diese Kinder, wenn sie zu hohen Blutdruck haben, regelmäßig kontrolliert werden müssen, anfangs kurzfristig, dann über fünf, sechs Jahre einmal pro Jahr“, erläutert Simma das Behandlungsregime.

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Giftangriff auf Gefäße

Die Giftstoffe, die diese Coli-Bakterien produzieren, greifen vor allem die Gefäße an. „In den Nieren befinden sich solche Gefäße und machen das Organ deshalb so anfällig für eine derartige Infektion“, erläutert Burkhard Simma.

Glücklicherweise, ergänzt der Mediziner, sind Ausbrüche dieser Art nicht allzu häufig, aber: „Diese Erkrankung ist uns Kinder- und Jugendärzten trotzdem sehr wohl bekannt. Deshalb ist es uns möglich, rasch und gezielt zu reagieren.“ Über eine Schmierinfektion können sich auch Erwachsene anstecken, sie haben in der Regel jedoch einen deutlich milderen Verlauf. Als essenziell zur Vermeidung einer Übertragung des hochinfektiösen Erregers bezeichnet Simma die Händehygiene.

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